nung und Liebe gegen Gott einen Schmerz über die begangene
Sünde und eine lebhafte Verabscheuung derselben in seinemHerzen hervorbringt, verbunden mit dem Vorsatze, sie nicht wie-der zu begehen. Conc. v. Tr. 14. Sitz. 4. Kap.
Iio. Ist die Beichte eine menschliche Erfindung?
Nein, sondern eine göttliche Anordnung; denn Jesus Christusbat den Aposteln und ihren Nachfolgern (Joh. 20, 23) dieGewalt crthcilt, Sünden nachzulassen oder vorzubehalten. DemEinen also sollen sie die Sünden erlassen, dem Anderen vorbe-halten, somit ein richterliches Urtheil fällen, ob sie der Sünden-vergebung würdig oder nicht würdig seien. Um dieses zu können,müssen die Priester entweder allwissend sein, oder der Sündermuß durch Selbstbckcnntniß die dazu erforderliche Kenntnißseiner Sünden und seines Seelenznstandes ihnen mitthcilen.Weil das Ersterc ihnen abgeht, so muß das Zweite, d. h. dieWeichte nothwendig stattfinden. Eine Unzahl von Zcugnipenbestätigen das Dasein der Beichtanstalt als einer göttlichen Ein-richtung in der katholischen Kirche durch alle Jahrhunderte herab.jN. Was sagt LUbnitz üb.'c die Beichte?
„Gewiß, wenn etwas schön und liebenswürdig ist in derchristlichen Religion, so ist es diese Einrichtung, die Beicht-en: st alt, welche selbst Chinesen und Japanesen bewundert haben;denn die Nothwcndigkeit, zu beichten, schreckt Viele, besonders .jene, welche noch nicht verhärtet sind, von der Sünde ab, und 'gewährt den Gefallenen großen Trost, so daß ich glaube, einfrommer, gesetzter und kluger Beichtvater sei ein großes Werk-zeug Gottes zun: Heile der Seelen; denn sein Rath nutzt unszur Regelung unserer Neigungen, zur Wahrnehmung unsererFehler/zur Vermeidung der Gelegenheit zur Sünde, zur Wie-dererstattung des Entwendeten, zum Ersätze des Schadens, zurZerstreuung der Zweifel, zur Aufrichtung des niedergebeugtenGeistes, endlich zur Linderung und Tilgung aller Scelenübel,und wenn man auf Erden kaum etwas Vortrefflicheres, alseinen treuen Freund finden kann; wie wichtig wird es erst dannfür uns, wenn derselbe durch die unverletzliche Heiligkeit einesgöttlichen Sakramentes zur Haltung der Treue und zur Hülfc-lcistuug verpflichtet wird." System der Theologie.
t:2. Lehrt die Kirche, daß man alle, auch die geringste Sündebeichten müsse?
Das nicht, wohl aber lehrt sie, daß man zur Rechtfertigungein Bekcnntniß aller schweren Sünden, deren man sich beieiner sorgfältigen und aufrichtigen Gewisscnscrforschnng entsinne,nach ihren die Art der Sünde ändernden Umständen, vor demPriester ablegen müsse; daß das Bekcnntniß der leichterenVergehen ebenfalls nützlich, jedoch dem Belieben des Einzelnenanheimgegeben sei, indem diese durch andere Mittel gesühnt wer-den können. Conc. v. Tr. 14. Sitz. 5. Kap-.