Von der h. Taufe.
97. Was versteht man unter der h. Tauft?
Man versteht darunter das Sakrament der Wiedergeburtdurch das Wasser in dem Worte. Rom. Katcchism.
96. Was wird zum würdigen Empfange der h. Taufe erfordert?
Von den Erwachsenen verlangt die Kirche eine besondereVorbereitung und innere Verfassung; bei unmündigen Kindernist dagegen kein selbstverschuldetes Hindcrniß vorhanden, wasder Onadc entgegenwirkt; es ist daher zu ihrer Rechfertigungkeine weitere Bedingung von Seiten der Kinder nothwcndig,als die Taufe selbst, die im Glauben der Kirche crthcilt wird.Concil von Tricnt, 7. Sitz. Can. Ist, von der Taufe.
99. Was lehren dagegen die Lutheraner?
Wie bei den Erwachsenen, so halten sie auch sogar bei derTaufe der unmündigen Kinder den Glauben für nothwcndig.
199. Was folgt hieraus?
Sie müssen entweder im Widerspruch mit aller Vernunftund Erfahrung behaupten, daß auch in einem unmündigenKinde der Glaube an den Erlöser schon vorhanden sei, — unddas hat Luther in seinem größeren Katechismus und in seinerKirchenpostille gelehrt, — oder die Kindcrtaufe, die sich ohne-dies nicht mit Gewißheit aus der h. Schrift, sondern ans derTradition nachweisen läßt, vollends verwerfen.
19t. Was lchrcn dic Reformirten von der Tauft?
Durch dic Taufe wird Vergebung der Sünden nur darge-stellt und besiegelt.
192. Welche Folgerung ergibt sich hieraus?
Wenn die Tanfe die Sündenvergebung nur besiegelt,dann erscheint sie auch nicht als zur Seligkeit nothwcndig. Sohaben denn wirklich mehrere Bekcnntnißschriftcn der Reformirtengegen den offenbaren Ausspruch Christi, Joh. 3, 5: „Wer nichtwiedergeboren wird aus dem Wasser und h. Geiste, kann insHimmelreich nicht eingehen," ihre Nothwendigkcit geleugnet unddie Nothtaufe gänzlich verworfen.
Von der h. Firmung.
193. Was lehrt die katholische Kirche von der Firmung?
Nach Lehre der Katholiken ist sie ein von Christus eingesetztesSakrament, wodurch der Christ durch bischöfliche Handauflcgung,Gebet und Salbung mit Chrisam, den h. Geist empfängt unddurch denselben im Glauben und in der Gnade Gottes gestärktwird. Rom. Katcchism. und Couc. v. Tr. 7. Sitz. Can. 1.von der Firmung.
19t. Woher wissen wir, daß die Firmung göttlicher Einsetzung ist?
Besonders aus der Apostelg. 8,17 u. 19, 6, wornach Petrusund Johannes den Getauften in Samaria und Paulus denGetauften in Ephesus die Hände auflegten, und diese den heil.