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6Z Was lehren also die Katholiken von der Rechtfertigung?
1. Sie ist eine Erhebung uns dem Zustande der Sünde inden der Gnade und Kindschast Gottes;
2. Sie gründet sich auf die Verdienste Jesu Christi;
3. Sie ist nicht eine bloße Vergebung der Sünden, sonderndie Heiligung und Erneuerung des inneren Menschen durchfreiwillige Annahme der Gnadeugabcn, so, daß der Mensch auseinem Ungerechten wirklich ein Gerechter wird, nicht aber alsein solcher bloß erklärt wird. Conc. v. Trient 6. Sitz. Kap. 7.
61. Was verstehen unter Rechtfertigung die Protestanten?
Sic verstehen darunter die Erklärung Gottes, daß der Gläu-bige um des Verdienstes Christi willen frei und ledig aller ver-dienten Schuld und Strafe sein lind in Gnaden als Kind Gottesangenommen werden soll.
66. Worin ln steht vorzüglich das Unrichtige in der stehre der Protestantenvon der Rechtfertigung?
1. Sie lehren, daß das ganze Werk der Rechtfertigungallein Gottes That sei und der Mensch nichts dabei zu thunhabe, vielmehr sich mechanisch rechtfertigen lasse; er gleiche,wie Luther lehrt, einem Klotze, da doch die Schrift" sagt:„Wendet euch zu mir und ich werde mich zu euch wenden,"und uns so zur Mitwirkung auffordert. Die Folge dieser Lehreist eine bequcmliche Lässigkeit und Trägheit in Sachen des Heils.
2. Sic lehren, daß der Gerechtfertigte zwar frei von Schuldund Strafe, nicht aber von der Sünde befreit werde; seineSünden sollen nicht getilgt, sondern nur bedeckt werden, so daßer also einem Angeklagten gleicht, der von den Geschwornenfür unschuldig erklärt wird, obschon er schuldig ist, Folgehieraus ist, daß die Macht des Bösen, das uns verdorben hat,größer wäre, als die Macht Christi, der uns wieder herstellenwill; daß ferner selbst die Heiligen, welche vor Gottes Thronstehen, nickt wahrhaft Heilige wären, sondern noch mit Sündenbehaftet, die Christus zudeckt.
66, Lehren die Katholiken, daß der Mensch durch seine menschliche Gerech-tigkeit sich die Gnade Gottes erwerben müsse und durch seine Werkegerechtfertigt werde?
Nein, in Bezug auf die Gnade Gottes lehren sie, daßdieselbe ein freies Geschenk Gottes sei nnd ohne menschlichesVerdienst gegeben werde, weshalb sie dieselbe auch die zuvor-kommende Gnade nennen; setzen aber hinzu, daß der Menschmit der erhaltenen Gnade mitwirken müsse, da er ihr ja auchwiderstehen könnte. Menschliche Freiheit und göttliche Gnadegreifen also in einander, so jedoch, daß die Gnade der mensch-lichen Thätigkeit vorangeht. Concil. v. Trient 6. Sitz. Kau. 4.In Bezug auf die Rechtfertigung lehren sie, daß weder derHeide durch die Kraft der Natur, noch der Jude durch dasGesetz, sondern der Mensch gerechtfertigt werde durch die Vcr-