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Gutdünken, sondern auf Eingebung des h. Geistes geschriebensind und daher göttliche Wahrheiten enthalten.
46. Worin uiiterschcidcn sich in dicscr Lehre die Katholiken von den Pro-Mianten?
Die Katholiken sagen: 1) Daß in der h. Schrift nichtAlles enthalten sei; 2) daß dieselbe ein der Mißdeutung unter-worfener Buchstabe sei und darum die Erklärung nach seinemSinne Keinem frei stehe; 3) die Katholiken zählen die dentero-kanonischcn Bücher zur h. Schrift.
Die Protestanten lehren: 1) Daß Allcö in der h. Schriftenthalten sei; 2) daß es Jedem frei gestellt bleibe , dieselbenach bester Einsicht zu erklären; 3) sie verwerfen die dentero-kanonischcn unter dem Namen apokryphische Bücher.
47. Sichren die Katholiken erst seit dem >6- Jahrhundert, daß die deutcrv-kanonischen Lücher des alten Testamentes auch von dem heil. Geiste
eingegebene göttliche Schriften seien und zur h. Schrift mitgchören?
Schon im Jahre 397 auf dem Eoncil zu Earthago wurdendie Bücher, welche die Protestanten apokryphische nennen, alsvom h. Geiste eingegebene göttliche Schriften anerkannt. Das-selbe geschah zu Earthago nn Jahre 419 Das, was als all-gemeiner Glaube in der Kirche galt, sprach das Eoncil vonTrient in einem förmlichen Beschlüsse aus.
48. Ist es wahr, daß die h Schrift die ganze Ofsinbarungslchre enthält?Die Apostel sagen in ihren Schriften ausdrücklich, daß sie
nicht Alles aufgeschrieben hatten. Johannes sagt am Schlüsseseines Evangeliums (21, 25), daß es noch viel mehr gebe, waSJesus gcthan habe, als das, welches er aufgeschrieben. Paulusschreibt 2 Thcsfal. 2, 14.: „So bleibet denn standhaft undhaltet die Ueberliesernng en fest, die euch von uns mündlichoder schriftlich mitgethcilt worden sind." Ferner wissen wir jaauch, daß einesthcils die Apostel mehr mündlich als schriftlich,ja manche von ihnen gar nicht schriftlich lehrten, daß andern-theils sie ihre Schriften nicht für solche abfaßten, welche dasEhristcnthnm erst kennen lernen sollten, sondern für solche, welchebereits Ehristen waren.
49. Ist es recht zu sagen, daß die h. Schrift Alles enthalt, was zu un-
serer Seligkeit zu weisen nöthig ist?
Der Heiland sagte seinen Aposteln: „Gehet hin und lehretalle Völker und lehret sie Alles halten, was ich euch aufgetragenhabe (Matth. 23, 19. 29.)." Hier macht Ehristus keinen Unter-schied zwischen dem, was zur Seligkeit nöthig, was nicht nöthigist, er sagt: „Lehret sie Alles halten." Dann aber hat ja auchNiemand einen Maßstab, wornach er abmessen kann, was zurSeligkeit zu wissen nöthig, was nicht nöthig ist; weshalb einesolche Unterscheidung ein vcrmessentlichcs Ürthcil in göttlichenDingen genannt werden muß. Alles, was Jesus uns vom Hiin«mel brachte und geoffenbaret hat, Alles, was die Apostel münd-