Neunte Periode
Französisches Uebergewicht 1659-1790.
85) ^>c allgemeine Verbindung und Wechselwirkung dereuropäischen Staate» gewinnt eine systematische Gestalt;durch Staatsökonomie (Colbcrr) wird an der Erhöhungder Nationalkraft gearbeitet; auf Industrie und Handel,Staatsschatz und stehende Armeen ist die ganze Aufmerksam-keit der Regierungen gerichtet und fast in alle polit. Ver-handlungen mischt sich schon ein mcrkantilischer Gcsichtspunctein. — Der Reichthum an Materialien zur Geschichte istzmmer im Steigen; hie und da werden sie auch mit Ge-schmack verarbeitet. Skepticismus und Kritik leisten der Ge-schichte wesentliche Dienste. —
86) Frankreich herrschte durch militärische Größe, di-plomatische Kunst, Sprache, Geschmack, Feinheit der Sittenund Mode über die ganze christliche Welt; sein Hof, seineStaatsverwaltung, sein Kriegswesen u. seine Literatur dien-ten überall zum Muster, Ludwig XIV smaj. 1652; reg.z66i; st. 1715^ vollendete den königlichen Despotismus undwußte seinen, 'zum Theile sogar rechtlich dcducirtcn (Devo-lutionsrecht 1667; Reunionskammern istZch, besonders fürSpanien u. Teutschland drückenden Anmaaßungen durch zahl-reiche, trcflich angeführte Armeen (H. v. Luxemburg;Monrccuculi; Turennc; Condc :c.) kräftigen Nach-druck zu geben und eignete sich flb78; 1684F die Dictaturüber Europa zu, deren Erlangung und Behauptung denWohlstand des Landes zerrüttete und sehr bald ^1697) cmmbedenklichen Zustand der Erschöpfung hcrbeyführte. — So wieFrankreich im Westen das Uebergewicht hatte, so herrschtedas mit ihm verbundene Schweden, welches unter Carl XIs i66o —1697 ) sichtbar an innerer Stärke zunahm, im Nor-den; der dän. K. Christiair V schloß sich si68c>) an dasfranzösische Interesse an; England war unter den Sruarr's
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