Druckschrift 
Ein verschollenes Adelsgeschlecht der Oberlausitz in Preussen : [Koblitz oder Colbitz] ; nebst einigen Gedanken über die Nationalität alter oberlausitzircher Adelsgeschlechter
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

Ein verschollenes Adclsgcschlecht der Obcrlausitz in Preußen. 45

zu Dohna schon 1311 auftreten.^) Und ebenso sind wohl auch die gleichfallsunbedeutenden n. Petschen oder Peschei?-) durch den in einer Schönfeldschei?Urkunde von 1319 auftretenden Günther v. Peschei?^) als ein ursprünglichmeißnisches Geschlecht legitimirt.ch

Wir wiederholen und betonen es nochmals: die Heraldik, jene nochheute vielfach mißachtete, unerschöpfliche Wissenschaft ist es, die dem Genealogen,dem die Herkunft, Heimath und Nationalität der alten Adelsgeschlechter Er-forschenden unentbehrlich ist, ihm oft allein den Hauptschlüssel iu die Handgiebt, die mit jahrhundertelangem Dunkel bedeckt gewesenen Ursprünge einesGeschechts zu enthüllen. Wer hätte die so selten und so zerstreut in ihrenheimathlichen Urkunden wenige Jahrhunderte hindurch auftretenden Ahnen der imHerzen Preußens seit der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts seßhaften Edelnmit dem wundersamen Namen v. Merklichenrade entdecken können — und alleBemühungen zu allen Zeiten waren fruchtlos geblieben, — wenn nicht das erst inneuester Zeit entdeckte Wappenbild der alten Harzritter v. Markelingerodein seiner völligen Uebereinstimmung mit den Schildzeichen des preußischenGeschlechts wie mit einem Zauberschlage den Schleier hätte fallen lassen, derjahrhundertelang sein Stammland verhüllt hatte.

Kehren wir zu dem Geschlechte, das den Ausgangspunkt dieser Abhandlungbildete, zurück, den v Kolowas-Kolbitz. Wir haben oben gesehen, daßsie 1) in dem jetzt Kohlwesa genannten Orte ihren Stamm- und Ahnsitz zusuchen haben, 2) daß sie erst seit 1409 urkundlich bezeugt sind, 3) daßihr Wappen in drei gestürzten 2. 1 gestellten Lindenblättern bestanden hat.

Ist Schildesgleichheit bei zwei oder mehrerei? ii? demselben Lande aus-schließlich voi? Hause aus erscheinenden Adelsgeschlechtern, wie es die v. Koloivasund v. Maxen sind, ein selten trügerisches Kennzeichen ihrer Herkunft ausgemeinsamen? Stamme (wie dies bei de?? v. Mauschwitz und v. Döllschütz an-zunehmen ist), so werden wir es für mehr als wahrscheinlich halte?? könne??,daß die v. Koloivas aus den? Stamme der v. Maxen hervor-gegangen, eii? Seiteuzweig derselben gewesen sind. Und wir könnendarin mit Fug und Recht ein schwerwiegendes Moment zu Gunsten dieserAnnahme finden, daß sich die v. Maxen in? Besitze des Stammgutesder v. Koloivas, oder mindestens von Grundstücken daselbst befundenhaben. Leider sind die Nachrichten hierüber nicht erschöpfend; wir erfahrennur/) daß die v. Maxen 1492 einen Gunstbrief über einen Unterthanen inKohlwesa (nordöstlich von Hochkirch) ausgestellt haben und daß 1545 diev. Maxen mit dei? väterlichen Gütern u. a. auch zu Kohlwepsa belehnt wordenseien. Wir erfahren weder den Umfang der dortigen Begüterung noch dieAnfänge derselben; es kann der Fall gewesen seil?, daß die Besitzungen zu

Die Dohnas I. Urkundenbuch x. 300. 302.

2) Ebendas. I. S. 420.

3) Marler, Burggrafthnin Meißen S. 472.

ch Vielleicht sind für die v. Muschwitz auch die Meißner Rüdiger v. Muschwitz undApetzko v. Mutzschwitz (1231 bczw. 1334) in Anspruch zu nehmen.

2) Oberlauf. Adelsgesch. S. 357.