Ei» verschollenes Adelsgeschlccht der Obcrlausitz in Prenßcn. 1Z
1486 bezeugt ist. Die Schreibart seines Namens geht 1500 in Kolbasüber. Im Jahre 1509 ist bekundet, daß er mehrere Brüder habe, vondenen einer, Michael v. K., wie wir unten sehen werden, Ordensritter inLivland war und durch einen Mord sein Leben verlor. Aus der folgendenZeit liegt von ihm eine Urkunde ck. ü. Johannisburg Mittwoch in denheiligen Ostertagen 1512 vor, mittels welcher er (..George v. Kolwitz") einenMontag nach Reminiscere 1510 von Simon Mühlknecht auf Gntten mitseinein Schwiegersohn Christoph Roch auf Jablonken geschlossenen Vergleichbekräftigt. Als Zeugen fungiren sein Compan Friedrich Herr zu Hepdeck, undHans v. Kolwitz, Compan des Pflegers zu Ortelsburg. DieseUrkunde trägt einen gut erhaltenen Abdruck des schön gestochenen großenSiegels des Ausstellers, welches einen gelehnten, mit einem Stechhelme be-deckten ausgeschweiften Schild mit den 3 gestürzten Lindenblättern (2 1) zeigt,die sich auf dem großen (Pfauen-) Federstutze über dein Helm wiederholen.Die Umschrift lautet in altdeutscher Minuskel.- s'. lf. (d. h. Herr mit Bezugauf seinen Nitterstand im Deutschen Orden) illlgr lllllt ItlllllllS. Wir sehenseinen Namen also in jener Form (Kolbas, Kolbas), die sich ganz an dieNamensform Kolowas oder Kolbaz in der Oberlausitz anlehnt.
Aus dem Jahre 1517 liegt uns nun eine kurze Nachricht über Georgein dem für die Genealogie des Geschlechts so wichtigen, aber auch für dieselbeeine Schwierigkeit in sich schließenden, schon erwähnten Testamente Hansensv. Lindenau vom Jahre 1517 H vor, jenes schon oben erwähnten aus Meißengebürtigen Edelmannes, der in Preußen die Güter Lindenau und Poleipen(jetzt Polepen) auf dem Sanüande besaßt) Bei seiner Kinderlosigkeit (auchwenn er etwa vermählt gewesen, war seine Ehefrau damals bereits verstorben)setzte er, wie schon oben angegeben, seinen beiden Schwestern ein Legat vonjährlich 30 Gulden Rheinisch aus und fährt dann fort: Meine Kleider undHansgeräth soll haben Peter von Colbicz, Item Hans von Colbicz,der draußen (d. h in der Oberlausitz) gesessen, meine beste Schaube.Vor solch Testament und meinen letzten Willen sollen rathen Herr Georgund Hans von Colbpcz, Pfleger zu Johannisburg und (bezw.)Sehesten und Hans v. Colbicz „angeczeigter beider Herrn Ge-brüder", meine Erben.
Die Interpretation dieses letzten Passus ist nicht leicht. Es werdengenannt 1) Peter v. C., von dem wir bald sehen werden, daß er bereitsdamals in Preußen lebte. 2) der in der Oberlausitz angesessene Hans v. C.,der meines Erachtens kein anderer ist, als der von Knothe im Jahre 1519nachgewiesene Hans v. Cholwatz ans Beiersdorf. 3) George v. C, der, vandem oben gehandelt ist. 4) der Pfleger zu Sehesten Hans v. C., von demspäter die Rede sein wird und endlich noch ein Hans v. C. ohne nähere
Abschriftlich im Staatsarchiv zu Königsberg, Scbicbl. XI.IV. Nr. 40.
Beide Ortschaften gehören jetzt zum Hauptgnte Condchnen im Kirchspiel Mcdcnaudes KreiscS Fischhauscn. Von dem Geschlecht v. Lindenau war, wie hier noch nachträglichbemerkt sei, gleichzeitig noch ein anderes Mitglied, Alexander v. L., in Prenszcn ansässig,der 1520 im Gilgenburgischen begütert und mit einer geb. v. Gorowski vermählt war.In der Genealogie des Geschlechts v. L. in Königs^ Sächs. Adelshistoric III. S 727 ff.und Klotzsch nnd Grundig a. a. O. VI. S. 169 ff. sowie VI. ^>. L44 ff. wird Keinervon beiden erwähnt.