292
furchtbaren und mächtigen Sekte, welche die Gegen-parthcy des Omar bildete. Die Stamme der Mo-tualis, die sich am Ende am Libanon festsetzten und sichmit den Drusen vermischten, folgen, so zu sagen, injedem Punkte den bürgerliche» und religiösen Gebräu-chen der Perser, von welchen sie abstammen. Sie wür-den glauben, sich zu verunreinigen, wenn sie in ihrenGebeten oder selbst bey ihren Mahlzeiten mit Jemandin Verbindung stünden, der ihrem Glauben fremd ist.
Die Maroniten sind Katholiken nach syrischem Ri-tus. Sie sind gegen die Mitte des Libanon in denThälern und auf den höchsten Punkten seiner Bergezerstreut. Sie dehnen sich auch bis in die Umgebungender Diözesen Giblet, Botron und Tripolis aus.
Die Geschichtschreiber sind über den Ursprung ihresNamens nicht einig. Einige glauben, er komme vonMarone, einer Stadt in Syrien, von welcher Ptvlo-mäus spricht; andere sagen, daß er von dem Nameneines Mannes stamme, der Maron hieß. Allein auchunter den letztern herrscht Verschiedenheit der Meinun-gen. Wer war dieser Maron? Die Einen versichern,er sey ein Ketzer gewesen, der den Jrrthümern desMakarius, Patriarchen von Antiochia, anhing, der imJahre 681 auf der sechsten allgemeinen Kirchenver-sammlung verdammt worden ist; die Andern sagen, essey der berühmte Einsiedler Maron, der im viertenJahrhunderte gelebt hat, an den einer der Briefe ge-richtet ist, die wir noch vom heil. Johannes Chrysosto-muS besitzen, und dessen Leben Theodoret beschrieben