Der Glanz, die Macht und die Gewalt, die Alexander UI.durch seinen Sieg über Friedrich van Hohenstaufen errungenhatte, kam besonders seinen Nachfolgern zu gute. Wie war esnoch möglich, daß einzelne Metropoliten oder auch Bischöfeauch nur einen leisen Gedanken des Widerstandes gegenden Römischen Stuhl hegen konnten, da selbst die Könige sichdemselben beugten? Daher sehen wir die Gewalt des RömischenStuhles in Spanien immer mehr wachsen. Von jetzt an gesche-hen die Versetzungen von Bischöfen nur durch Rom,'"') vonhier aus wurde zur Wahl der Bischöfe schon die Initiative ge-nommen. ")
Die letzte Hand an die Begründung der Römischen Herr-schaft in Spanien, sowie in allen Ländern der Christenheit, legteJnnocentius IU. Einem Manne von seinem überlegenen Geisteund Scharfsinne mußte dieses um so leichter sein, da die Spa-nischen Könige, ohnehin schwach, uneinig, dem Papste vielfachverpflichtet, ja zum großen Theile von ihm als Oberlehnsherrnabhängig, weder den Beruf noch den Mull) hatten, etwaigefreiere Bestrebungen ihres Clerus, wenn sie sich etwa solltengezeigt haben, zu unterstützen. Allein sie zeigten sich nirgendsund waren auch nicht einmal möglich. Die Päpste hatten sichzu Herrn und Meistern aller Regungen und Bewegungen, auchin der Politik des Landes gemacht. Die Könige zitterten vorJnnocenz. In der berühmten Schlacht bei iVaves 5 Dolo«»,welche die Kraft des Halbmondes brach, waren päpstliche Lega-ten; dem Gebete des Papstes, der Geistlichkeit, wurde der Siegzugeschrieben. Und welche Mittel standen den Päpsten zu Ge-bote! Zuerst die geistlichen Militär-Orden von St.. Jago,Calatrava. Sie waren von Rom abhängig. Dann die Domi-nicaner und Franziscaner, deren Klöster bald das ganze Landbedeckten, das Volk, den Clerus beherrschten, unbegränzt ergebendem Römischen Stuhle, ihm ohne Bedingung dienstbar. Undnun noch in den Händen der Dominicaner die Inquisition,
40) U,j>I. rot. op. zZyolpsl. !!Z. lM Oaintat. diarduu.
41) >>' t02, IZjusN. ail Oauauious