97
Dazu nahm Urban selbst einige sehr wohlberechnete Schrittevor. Im Jahr 1086 hatte Alphons VI. von Kastilien Toledo,die alte Königsstadt, die alte christliche Metropolis des Landes,zurück erobert. Es wurde sogleich Bernard, der Abt von St.Facundus, zum Bischöfe geweiht und Urban erhob ihn wiederzur alten Würde eines Primas von Spanien. Diesmal er-hielt er also seine Würde aus Gnade des apostolischen Stuhles,nicht wie früher durch Ucbcrtragung des Königs und der Spa-nischen Kirche. Er wurde ein Basall des Römischen Stuhles.Persönlich mußte er nach Rom kommen und sich das Palliumholen, einen Vasallencid mußte er ihm schwören, wie ihn schonGregor den Bischöfen dictirt hatte. Seit der Zeit unterließer nie, seinem Titel Lornarllus Iloi xratis. VolLtanno 8velis ar-cliiepiseopus auch den eines 8. IlomsiuiL evelesiae lexatus bei-zufügen. 5) Bcrnard erhielt zwar alle Gewalt der frühem Rö-mischen Bikaricn; er saß den Synoden vor, berief sie, war dieoberste richterliche Behörde im Lande; aber alles ging im Namendes Römischen Stuhles; Urban führte es ihm oft genug zu Gc-müthe, daß er Alles ihm verdanke; „einen Bach, der Quelledes h. Petrus entsprungen, eine Flamme, von St. Peters Herdentnommen," nannte er ihn. H Darnach war auch des neuenPrimas Stellung; überall concurrirtcn, mit höherer Macht be-gabt, die Römischen Cardinallegaten.Sachen genug wurdenunmittelbar vor den Apostolischen Stuhl abberufen.
Nicht minder wohlbcrcchnet war es, daß Urban die alteMetropolis von Tarraco wiederherstellte, wodurch der Bischofvon Narbonne den Spanischen Theil seiner Diö'ccse verlor.
Unter solchen Umständen konnte es nicht anders sein, alsdaß jede Auflehnung gegen Römische Herrschaft und Befehle ohne
3Z ägmrs i'. V. i ff. hat alle dahingehörende Briefe Urbans.
4) Idicl. i>. 13.
5) lnick. p. 29 und oftmalsL) Idiä. x. 14.
7) Uiiä. x. 15. 1Ü.
8) Idicl. p. 12. 14. IU ff.
ENcndors, VerhiiNn, d. spa». Kirch-. 7