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Daß die Römischen Bischöfe irgend ein Primatrccht in die-ser Periode in Spanien geübt haben, davon ist kein einzigesZcugniß vorhanden,
Die Synoden wurden ohne alles Wissen, ohne allen Ein-fluß des Römischen Stuhles von den Metropoliten berufen, ab-gehalten. Bon Römischen Gesandten in Spanien ist in dieserganzen Periode keine Spur zu finden.
Die Metropoliten wurden von den Synoden, die Bischöfevon jenen geweiht und bestätigt. Daß die Weihen nach Römi-scher Anweisung vollzogen, daß die Metropoliten und Bischöfevom Römischen Stuhle bestätigt und präconisirt wurden, davonfindet sich weder in der Spanischen, noch in der FränkischenKirche dieser Zeit das mindeste Zeugniß. Das Römische Pal-lium war eine res iueoAiiila.
Eben so wenig übten die Römischen Päpste irgend eineJurisdiction in Spanien; von Appellationen nach Rom ist keineSpur zu finden.
Der ganze Römische Einfluß beschränkt sich darauf, daßeinzelne Spanische Bischöfe und Synoden in schwierigen Fällender Disciplin und des Glaubens den Römischen Stuhl consul-tirten, und bei schweren Excessen Einzelner gegen die Ca-nvnes ihn baten, mit dem höheren Ansehen seiner Stellung alsapostolischen Stuhles einzuschreiten und sich den Erccssen entge-genzusetzen. Allein auch das geschah jedesmal durch das Mittelder einheimischen Synoden.
Von Privilegien, Exccutionen, Dispensationen, Verleihun-gen von Gnaden und Pfründen durch den Römischen Stuhlwußte die Spanische Kirche damals nichts.
Die Spanische Kirche erscheint als eine freie autonome Na-tionalkirche, mit eigener Gesetzgebung und Jurisdiction. Siebetrachtet den Römischen Stuhl zwar als den Mittelpunkt desOccidents, als ihre oatllellis apostoliea, aber sie erkennt dessenGewalt nur an, wenn sie Entscheidungen und Einschreiten vonihm verlangt; also nur eine potestas extrsorüinaria desselben,unbeschadet ihrer Autonomie, welche die Regel bildete.