Druckschrift 
Die Stellung der spanischen Kirche zum Roemischen Stuhle von Beginn ihres Gründens bis auf die neueste Zeit
Entstehung
Seite
VII
Einzelbild herunterladen
 

VII

pilation des Mönchs Gratia« beschränkte, derohne Kenntniß und Kritik, vielleicht auchabsichtlich die falschen Decrctalen Isidorsin sein Buch aufgenommen halte. Daher kommt es,daß in den kartickas zwar Spuren der alten Spa-nischen Kirchenverfassung bemerklich, daß aber vor-züglich die Lehren der Bologneser Rechtsschule darinaufgenommen sind, die mit den Grundsätzenunserer Nationalconcilien im Widerspruchestehen und die reine und heilige Disciplinderselben verfälscht haben. Man darf sichnicht wundern, daß sich auf diese Weise die Römi-schen Mißbräuche in unserem Vaterlande verbreite-ten, daß man anfing, die casus reservati zu siu-diren und anzuerkennen und daß man folgerecht sichjeden Augenblick an den Römischen Stuhl wendete.

Später, als der öffentliche Zustand einige Zeit zumStudium ließ, als man die Geschichte der Vorzeitnachforschen konnte, als die Gesetzsammlungen undConcilienbeschlüsse der alten Kirche aus ihren Ver-stecken wieder zum Vorschein kamen, als eine strengeund scharfsichtige Kritik Untersuchungen anstellte, daentdeckte man (LlonficUns) den Betrug Pseudo-isidors, die Unwissenheit oder List Gratians (Bi-schof Augustin von Tarraco in seiner Schrift ckoklucnckationc (?ratiaui) z da fing man auch an, dieMacht zu beschränken, die Rom, mit Benutzungsolcher Hülfs mittel, an sich gerissen hatte; dabegann man ferner, den Verfügungen Widerstand zuleisten, die Kraft dieser Usurpation von der Römi-schen Curie ausgingen."

So die Spanische Regierung. Der Papst behauptet,was die Spanische Regierung gegen den Römischen Stuhl