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Kirchengeschichte
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200 Severus. I. Chr. 206 (I. Chr. 205). Zephyrinus.zehnten Jahre des Severus herab. Er glaubte, daß die vielbesprochene Er-scheinung des Autichrists schon damals nahe sey. So best ig hatte die da-mals gegen uns verhängte Verfolgung die Gemüther der Meisten erschüttert.

A ch t e s H a u p t ji ü ck.

Von der kühnen That des Origcnes.

Wahrend Origenes damals das Geschäft eines Katecheten zn Alexan-drien verrichtete, vollbrachte er eine That, welche zwar ein großer Beweisseines noch unausgebildeten, jugendlichen Verstandes, gleichwohl aber auchseines Glaubens und seiner Enthaltsamkeit war. Er nahm nämlich dieWorte: (1) E 6 g ib t Ver sch ni t t e n e, die sich selbst verschnittenhaben um des Hi m mels willen," zu wörtlich und nach jugendlicherArt, und ließ sich dadurch, theils weil er einem Befehle des Erlösers zngehorsamen glaubte, theils um den Ungläubigen jeden Verdacht, der ihnenAnlaß zu einer schändlichen Verleumdung hätte geben können, da er in sojungen Jahren nicht allein Männer, sondern auch Frauen in der Religionunterrichtete, zu benehmen, bestimmen, den Ausspruch des Erlösers wirklichan sich zu vollziehen. Er suchte zwar dieß vor dem großen Haufen seinerSchüler geheim zn halten, allein es war ihm, so sehr er es auch wollte,nicht möglich, eine solche That zu verbergen. Wie nun später Demetrius,als welcher der Gemeinde zn Alexandrien vorstand, den Vorgang erfuhr,bewunderte er den Origenes sehr wegen dieses kühnen Entschlusses, lobteseinen Eifer und seinen echten Glauben, ermahnte ihn sogleich, guten Mn-lhes zu seyu, und forderte ihn auf, nun noch desto fleißiger sein Lehramtzu verwalten. So dachte Demetrius damals. Nicht lange nachher aber,als er sah, daß Origenes guten Fortgang hatte und bei Allen groß, ange-sehen und berühmt war, begegnete ihm etwas Menschliches und er suchtein seiuem Schreiben an die Bischöfe in allen Theilen der Welt die That deSOrigenes als eine höchst unsinnige darzustellen, hauptsächlich, weil die nam-haftesten und angesehensten Bischöfe in Palästina, nämlich die von Cäsareaund Jerusalem,(2) ihn aller Ehre und der höchsten Vorzüge für würdiggeachtet und daher durch Auflegung der Hände zum Presbyter gemachthatten. Da nun Origenes zu einem großen Ansehen gelangte und sich bei Je-dermann allenthalben einen Namen machte und einen hohen Nnhm der Tugend

Schriften schon im vorigen Buche gehandelt worden ist, so dürste man wohl mit ValcsiuSund Andern mit Recht schließen, daß Eusebius nicht die letzte Hand an dieses Werk ge-legt hat.

ll) Matth. Ig, t2.

(2) Dieß war nämlich die vornehmste Ursache, die den Demetrius wider Origenesaufbrachte, daß er sich von auswärtigen Bischöfen u.nd nicht von Hin zum Presbyter hattevrdmiren Nähen. Du Valois wirst hier die Frage auf: Warum er von zwei Bischöfen zugleichoidinirt worden, und glaubt, es sey geschehen, um den Origcnes desto mehr dadurch zu ehren.Mir ist es aber wahrscheinlicher, daß es zur Vermeidung des Rangstreits, der sonst zwischenden Bischöfen zu Cäsarea und Jerusalem obwaltete, geschehen sey. Wir finden beide öftergewcinschastlich handflg. Strosth. . ....