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Buch 1 (1738)
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254
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254 Das V. Kapitel.

gewesen, um mit Manier aus diesem Laberimf) zu kommen; ein unverse-hener Zufall aber machte einen schwartzen Strich hierdurch. Denn esfügte sich, daß als Mm»-, welcher die Nacht über indem Franckischen Lagergeblieben war, mit dem Könige 'Hieoäoi-icu über Verabfassung der Frie-dcns-Artickelbeschaffrigetwar, daß ohngefthr ein Thüringer aus der Stadthinaus gegen die Unftrut mit einem Sperber gieng, und wie er in dersel-bigen Gegend etliche Tauben sähe, so ließ er seinen Sperber daraufsiiegen,der aber über den Fluß flöhe und einem Sachsen in die Hände gerieth.Indem nun der Thüringer seinen Sperber sehr hoch fchatzete, und densel-ben nicht gern entbehren wollte, so russte er den Sachsen zu, und bat ihn,er mögte ihm seinen Vogel wieder geben; wie aber dieser sich darzu nichtverstehen wollte, so ersuchte er ihn ferner, er mögte näher zu ihm kommen,er wolle ihm ein Geheimniß entdecken, welches seinem gantzenVolcke solltesehr nützlich seyn. Indern nun der Sachse auf gute Treu und Glauben zuden Thüringer gehet, so sprach dieser zu ihm: Wofern du mir zuvor mei-nen Sperber wirft zustellen, so offenbare ich dir ein Geheimniß von grosserWichtigkeit. Der Sachse, aus Begierde das Geheimnis zu erfahren, gabdem Thüringer den Sperber wieder zurücke; worauf dieser dem Sachseneröffnete: Sein König Hermenfrieb wäre vorjetzo im Begriffe mit demFranckischen ein Bündniß zu Messen, und wann dieses würde vollbrachtund geschehen seyn, so würden sie mit zusammen gesetzter Macht die Sach-sen unversehens überfallen, daher» sollten sie sich ja wohl vorsehen.

§. xu.

Dieses mogte nun von dem Thüringer entweder ersonnen, oder inder That also beschlossen seyn, da dachte der Sachse nicht darauf, sondernwie er zurücke wieder ins Lager kam, eröffnete er denen Häuptern der Säch-sischen 'Armee, was er von dem Thüringer erfahren hatte. Wie sie die-ses höreten, und darbey überlegeten, baß sie HeydenVölckem nicht sattsamgewachsen, so entschlossen sie sich, des Nachts in der Stille aufzubrechen,und darvon zu ziehen. Ein alter, aber noch tapffererMann, welchen avi-ticftmäuz nennet, als er dieses hörete, ergriff er das Haupt-

Panier, worinnm ein Löwe, Drach, und oben darüber ein fliegender Ad-ler, als der Sachsen Wappen stunde, und sprach: Ich habe von Jugendauf unter den Sachsen gedimet, und bin in Krieges-Dienften alt worden,habe aber noch niemahls meine Sachsen fliehen gesehen; Und wie kanund soll ich nunmehr» gezwungen werden dasjenige zu thun, was ich nie-mahls