Von der Thüringer Heydenthum sc. 187
der Sonnen halber, weilen diese, wann sie die Rader wieder gegen unsereLander wendet, von neuem der Früchte Wachsthum befördert. DiesesRingel Brod oder Julagalt wurde nicht allein die gantzeZeit, solange dasFest dauerte, gegessen, sondern auch bis auf die Saat-Zeit aufgehalten,dann klein gerieben, und unter das zum säen erkiesene Getrayde vermischet;wie auch demjenigen, der geackert, und den Pferden zu essen gegeben; wel-ches eine reiche Erndte zu wege bringen sollte. Damit ich aber dieses rechtabbilden und vorstellen möge, so will folgende Figur, welche in Franckreich17". in der Erde gefunden und ausgegraben worden, hier beyfügen.
Mehr angeführter Johann Georg Reysler, nennet diese FigureMNtiMOs. Sie stellet einen alten Mann vor, welcher an dem Kopffezwey Hörner hat, an denen zwey Ringe hangen. Was die Hörner an-betrifft, verstehet er dadurch die Hörner, welche theils bey demOpffer, theils bey denen Opffer-Mahlen, die man an dem Iuels-Fest mitgrossem Überfluß hielte, als Opffer und Trinck-Geschirre gebraucht wor-den, wovon auch der Monat, inwelchem man dieses Festfeyerte, derHor-nung, gleichsam Horn-Monat, genennet wurde, wie ich an einem andernOrtö gezeiget. Von denen Ringen füget er aber keine Erläuterung oder Aa 2 Erklä-
groffer Eber zu ihm gekommen, der ihn überaus sehr verwundet, und das beste Blutausgesogen habe; Von dem Blut aber, das auf die Erde gefallen, wären Blumenund Baume im Frühling aufgewachsen: Dahero werde das Schwein eines Theilsdessentwegen dem Otlnno geheiliget,weil es von dessen Blute gesoffen; Andern Theilsgeschehe es zu einer Straffe, daß es Oüüno geopffert werde, weil es denselben ver-wundet»
>