Von der Thüringer Heydenthum tt. 167
^ H. XII.
An dem Mayn, in der Gegend, wo nach der Zeit Schweinfurth hinerbauet wurden, wurde zur Zeit des Heydenthums ein Götze verehret, derT0TTI78,T77TT778 oder T0LTT778 hieß. Weil dann Thüringen in de-nen damahligen Zeiten sich auch bis dahin erstreckte, so muß dessen auchallhier Erwehmmg geschehen. Das Götzen Bild war eine 8tmua von Ertz,einem Jüngling gleichend. Auf dem Haupte trug er ein gelbes Haar, daskrause war. Um den Hals, über die Brust herunter, hieng ein Crantzvon Mag-oder Mon-Saamen-Köpffen. Mit der rechten Hand griff ernach dem Munde, und faßte mit dem Daumen und Zeige-Finger die Zun-ge ; mit der lincken aber hielt er einen Becher Wein, m welchem Korn-Ach-ren lagen. Er war gantz nackend, und hatte um den Leib einen Schurtz. (a)Das Bildniß stunde in einem nächst dem Mayn gelegenen Hayn, welchermit einem Zaun umgeben, wo ihm das Volck zu gewissen Zeiten Traubenund Korn Achren zu opffern pfiegte. Ein Strich Landes am Mayn, wodie schönste Weine wachsen, wird noch heutiges Tages das LöhleoderLöllegenennet. Indem aber die meiste Teutsche Gottheiten, wie auch andererNationen ihre, in ihren Biidnisien und Figuren etwas sonderliches, auchöffters eine Sittenlehre vorstelleten; also verhielte es sich ebenfalls bey.diesem T0LTT0. Die alte Thüringer und andere Völcker, die mit ihnendiesen Abgott vene,-ixten, wollten dadurch die Ruhe, Sicherheit, und miteinem Worte, die selbst eigene Zufriedenheit andeuten. Dann die Monds-Häupter sind Zeichen der Zufriedenheit und Ruhe, weil sie den Schlaff be-fördern, und dadurch die Sorgen vertreiben. Dieselbe wird auch durchzulängliche Nahrungs-Mittel befördert, welches die Trauben und Korn-Achren zu erkennen geben. Und da in dem Menschlichen - Umgang alles 'dieses
lolcr. 262. VOX^.T szi-o Lome. Lic apuU (Zl'utei'um DXTII, num. 4. 1e schür O^L-czui Llxit xro ^ui vixit, A xzeiA. LLOTXXXVl. /eLT xro H,ve. Sixtus LOT-O^VXO pro Volccmo. Tetmorum pelles (Zermauiee elieuotur Teile.
^ lunt eipucl LcriptoreS; Se iclem ac Vülli Lc VcMüi.
§. 12.
(a) gewesener Oon-ReÄor in dem Ovmnasio zuSchweinfnrth, hat
eine absonderliche VMrMtion von diesem Abgotts gehalten, welche nach der Zeit demTom. IN. ^ilöellgn. TipL mit einverleibet worden. Dieser Loerilius schreibet: Itaemm liAurgm esus chelmeatam le^i in Obronico c>uoclam Lvin5urten!i, antic^uamsnu lcripto.