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Buch 1 (1738)
Entstehung
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123
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Von dem Namen und Ursprung der Thüringer. 12z

wofern man aber den Ursprung der Thüringer von denenHermundurern ab-leitet, welches die sicherste Ur-Ovette, so braucht es aller dieser Ausschweiftfungen nicht.

§»

Da ich allhier von dem wahren Namen der Thüringer und dessenAbstammung gehandelt, so muß ich auch noch eines Spiy- oder Zunamensgedencken, welcher dieser ^tioninsgemeinbeygeleget wird, da sieHevmgo-Nasen genennet werden. Woher mag dieses gekommen seyn, daß mandie Thüringer also nennet? Nicht von denen Heringen, oder von demxetit, welchen diese Nation, nach dem bekannten Vers:

llaleo allatum 'I^ui'inZis dene Zi-arum,

De low caxite faeiunt tibi wrcula ^uinc^ue,

zu diesem Fisch haben soll: Denn erstlich essen andere Nationen, absonder-lich die Leute in und um die See-Stadte die Heringe eben so gerne, als dieThüringer, und werden deren bey ihnen mehr, als in diesem Lande ver-zehret. Wann daher» dieser Spitz-Name von dem ^xvent zu diesem Fi-sche herrühren sollte, so müßten mehrere Nationen Herings-blasen heis-sen. Weiter so werden auch keine Heringe iu Thüringen gefangen; wo-her hat dann nun gleichwohl der Name Herings^ase seinen Ursprung?Ich will meine Meinung hiervonerössnen. Derletztere Thüringische Königittei-menki iäuZ hatte einen vertrauten tvlimNei-, welcher MMQVI8 oder He-ring hieß. Als Schei)ingen an der UnstruttAo .524. vondenen mitden Fran-cken in einem Bündniß gegen die Thüringer stehenden Sachsen nächtlicherWeile war überstiegen und eingenomen worden, worinen ersagter Thürin-gische König k ^e, maiw-iäuz, ^eiinZus aber bey dem gegen die Thüringerstreitenden Franckischen König 'iweoäei'wosich befand, hingegen Herman-fried glücklich aus der überstiegenen Vestung, mithin seinen Feinden ausdenen Händen entronnen, so würde dieser seinem Herrn und Kö-

nig untreu, und ließ sich von dein Franckischen König dahin bereden, denflüchtigen Hermanfried nach zu reisen, und dahin zu bringen mit ihm zudem König iweocwi-wum sich zu begeben, und seine Gnade zu suchen, wor-zu er ihm allen Schutz und Sicherheit versprach.

Wie nun Hermenfried sich von ^el-mZo ins Netze locken, undeineNa-se antrehen ließ, auch mit demselben nach ^beoäei-wo sich begab, und fuß-fällig um Gnade bath, so war lwi-wAus, der bey 'iweoäerwo, als ein Waf-fen Trager, mit einem entblösten Schwerdt stunde, so leichfertig, daß er sei-

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