Vorbericht.
„se Menge Volcks, und zog mit Heeres Krafft in Thüringen.„Als aber die Thüringer solches vernamen, erschrack'en sie sehr,„und hetten sich ihres Lebens erwogen, flohen derhalben allezu-„gleich, Mann und Weib auff eine Burg, bey der Unstrut, das„hetsset die Drettenburg, und beschloffen, allda todt und leben-dig zu bleiben, denn dazumah! nicht viel Städte und Schlösser,„so machtig oder feste,im Lande waren, daß sie sich darauff hetten„schützen können.
„Der Bischoffaber zog bescheidentlich zu ihnen in das Land,„und begerete, daß die Thüringer zu ihm kemen. Darauff schick-ten sie die Fürnehmsten und ihre Obersten, so sie im Lande hat-ten, zu ihm, was er von ihnen begerete, anzuhören. Er aber„sprach: Lieben Leute, ihr sottet hinfürder nunmehr dasHeyden-„thumb verlassen, und den Christlichen Glauben annemmen,das„ist, au Christum gleuben, euch ttuffen lassen, thut ihrs,nun wol-„an,so kömpts euch zu Nutz und Frommen,und sott euch nimmer-„mehr gerewen, wo aber nicht, so wil ich ein ander Liedlein mit„euch singen. Darauff antworten die Thüringer und sprachen:„Was für Nutz und Frommen kau uns daraus entstehen? oder„was können wir viel Nutz davon haben? DerBischoffantwor-tet: GOttes Sohn lst auf diese Welt und Erden, umb des„menschlichen Geschlechts willen geboren, menschliche Natur an„sich genommen, und hat mit sich bracht Gerechtigkeit und Frie-„de, das ist gleich gewogen, den Armen wie den Reichen, darumb„sottet ihr gerne an ihn gleuben, und wenn solches geschieht, und„euch teuffen lasset, so sottet ihr von aller unrechter Gewalt an„Leib und Gut hie auff Erden, und hernach an der Seelen, von„Sünde, Tod, Hetten und Teufels-Gewalt entlediget werden.„Als die Thüringer solches höreten, antworten sie: Lieber
„Herr,