XI. Kapitel.
Moritz U. Graf von Fries.
(1824 1888.)
/^m l. Jänner 1825 übernahm Gras Moritz Fries II. die nochk—M vorhandenen Herrschaften vöslau, Neulengbach und planken-^ ^ berg, das Palais in Wien und den noch erübrigenden An-teil von 40 °/g am Bankgeschäfte, dessen Chef er offiziell wurde,während sein Vater die in Prozesse verwickelten neapolitanischenGüter und die Domäne Tarvis sich vorbehielt, immer noch Hossend,daß seine kühnen Spekulationen ihm mit einem Schlage die leichtenSinnes vergeudeten Neichtümer wieder einbringen würden.
Während der Sohn sich von da an Gras Moritz Fries unter-fertigte, zeichnete sein Vater als „Gras Moritz Fries Vater".
Aber auch diese Maßregel konnte keine Hilfe mehr bringen.Der junge Chef des Hauses war noch nicht 21 Jahre alt, als erdas so arg verschuldete und verfahrene vermögen übernahm. Grwar zu bescheiden, um zu glauben, er werde die Geschäfte besserführen als seine erfahrenen und äußerst tüchtigen Associes und über-ließ daher Mr. parish, dem er sich in ausrichtiger Freundschaftanschloß, die Führung der verwickelten Angelegenheiten.
Um diese Zeit kam Frau von Brevillier, die seit dem Todeder Gräsin Therese die Erziehung der Töchter geleitet hatte, ausdem Hause und die Großmutter, die durch ihre Frömmigkeit aus-gezeichnete Fürstin Juditha Hohenlohe, nahm ihre Enkelinnen zusich. Doch gar bald sollten der junge Ehes des Hauses und seineGeschwister den Ernst des Lebens in der bittersten Weise kennenlernen. Als Graf Moritz in der Nacht vom 28. zum 29. April 1826aus einer Soiree beim Fürsten Metternich nach Hause kam, fander ein Schreiben seines Associes Mr. parish auf seinem Schreibtische