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Die Grafen von Fries : eine genealogische Studie ; allen Nachkommen des alten Berner Rittergeschlechtes Fries von Friesenberg
Entstehung
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X. Kapitel.

Moritz I. Graf von Fries.

(1788 -1824.)

ras Moritz war beim Tode seines Bruders erst l t Jahre alt.Seine Mutter wurde oberste vormünderin, jedoch wurdenihr Baron Messel, Baron Gontard, Baron Friesenhof undFreiherr von Fries, der Nesse des Grafen Johann, als Mitvormünderan die Seite gesetzt. Für die Verwaltung der fränkischen Güter,die Neichslehen waren, wurde überdies diese Vormundschaft mittelstKaiserlichen Diplomes eigens bestätigt (Nr. l4Z). Gbwohl nunGräsin Anna oberste vormünderin war, so war sie, man kannwohl sagen glücklicherweise, durch die tresslichen Mitvormünder,mit denen sie in beständiger Fehde stand, verhindert, dem vermögenirgend Schaden zu bringen. Denn sie selbst hätte wohl wenigNnlage dazu gehabt, ein großes vermögen gut zu verwalten. Snzahlreichen erhaltenen Briefen beklagt sie sich bitter darüber, daßteu le Tomte cle Mies sie in seinem Testamente einzig und alleinmit einem mageren Zvitwengehalte abgefertigt habe, während ihreKinder große vermögen geerbt hätten. Auch klagt sie darüber,daß, obschon sie oberste vormünderin ihrer Kinder sei, durch dieEinsetzung von vier Mitvormündern, deren Stimmen gleichberechtigtmit der ihren seien, sie jeden freien Einflusses über ihre Kinderberaubt sei. Mir sehen sie auch stets im Kampfe und stets über-stimmt von den Mitvormündern.

Zuerst war ihr das Schloß vöslau als lvitwensitz angewiesen,doch fand sie die steifen Alleen des im französischen Stile gehaltenenGartens so monoton und langweilig, daß sie dort nicht bleibenwollte. Sie ließ sich daher von der Vormundschaft im Jahre 1797die Thabliore, eine reizende Besitzung am Genfer See, kaufen.Dort verbrachte sie die letzten Jahre ihres Lebens im steten Feder-