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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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dm Name» „katholisch" »och Anspruch erhebe» darf, sie ist festgefroreni» überlebten Formen, über welche das Leben nach allen Seite» hinans-wnchs. Wir glauben an einen Katholizismus, an eine geistige Ge-samtheit der Mensche», wir glauben a» die Vervollkommnung desMenschengeschlechts durch Meuschenarbeit, a» eine Fortentwicklung desMenscheugeistes, aber wir glaube» nicht »nr, sondern wir wisse» esauch, daß die Bahn zu diesem Ziele über die Ruine» derjenige» Ein-richtnnge» gehe» wird, welche mit vorweggenommenen Theorien sichdieser Entwicklung in de» Weg stellte», anstatt den BedingungenRechnung zu trage», welche Natur und Vaterland in »ns gelegt.

Lehnen wir nun anch für nns Janssens Geschichte ab, so gebe»wir deshalb doch nicht z», daß seine bisherigen Gegner und Kritikermit ihre» Angriffe» und Vorwürfen das Richtige getroffen. Fansse»betont mit Recht (An meine Kritiker I. 5), daß kein Historiker, „wenner anch noch so eifrig und gründlich gearbeitet", einstehen könne fürdie vollkommene Nichtigkeit seiner Darstellung. „Aber für seine Auf-richtigkeit muß er einstehen. lind für diese mache ich rückhaltlos undunbedingt Anspruch ans mein Werk". Wir sind von dieser ForderungJanssens ausgegangen und haben nns an das Versprechen, diese Auf-richtigkeit anzuerkennen, gehalten. So oft sich nns anch der Gedankeaufdrangen wollte, Janssen habe besser gesehen, als er berichtet, erhabe das Zweideutige und Schillernde seiner Darstellung erkannt, sohaben wir den Gedanken doch zurückgewiesen und betonen hier noch-mals, daß wir an der Aufrichtigkeit Janssens keinen Zweifel hegen.Seine scheinbare llnanfrichtigkeit beruht ans einem „Nichtkönnen", sieist eine unbewußte. Aber zu denken dürfte es doch jedem Leser undAnHanger Janssens geben, daß alle die furchtbaren Anklagen, welchesich gegen ihn erhoben haben, erhoben werden konnten. Nicht nurvon deutsch-vaterländischer, sondern anch von Protestantischer Seiteglaubte man in diesem Werke einen direkt feindlichen Vorstoß gegendie geschichtlichen Errungenschaften des deutschen Volkes zu erblicken.Diese Errungenschaften sind aber nicht der Obhut dieses Patriotenoder jenes Protestanten anvertraut, sondern das Leben des ganzenVolkes ist der Hüter derselben, und verzichtet das Volk auf diese Er-rungenschaften, so werden Protestanten und Patrioten und Illtramontanenicht imstande sein, ihm dieselben zu bewahren. Wer sie bewahrenwill, sorge für eine gesunde Entwicklung des Volkslebens, und das