Kunst- unk Volksleben.
«Vgl. Janssen Bd. I, S, 127—265.)
„Hon jeder Periode i» der geschichtliche» Entwicklung einesVolkes würde man nur eine höchst einseitige und dürftige Vorstellunggewinnen, wenn ninn dieselbe lediglich ans Handschriften und Büchernstudieren wollte. Deutlicher und eindringlicher noch als aus den ge-schriebenen Quellen spricht das Herz und der Geist, die Arbeit unddie Ausdauer eines Volkes ans seinen Kunstwerken; diese empfangenan? seinein Gemüt und Eharakter ihren geistigen, wie ihren sittliche»Ausdruck, verkörpern seine Ideen und Ideale und stehen demgemäßfür diese oder jene Zeit als die eigentümlichsten Zeugnisse seines inner»Wesens da. Man hat es sogar als ein notwendiges Erfordernis desechten Volksstndinms bezeichnet, die lebenden und monumentalenQuellen noch vor den geschriebenen zu studieren, weil man dadurchans den letzteren Neues Heranslese, »nährend man bei umgekehrterMethode ,nnr die uralten toten Historien in die lebendige GegenwartlstneinbnchstabiereG" So führt uns Janssen in seine Darstellung desKunst- und Volkslebens ein. Wir hatten zuerst die Absicht, diesenganzen Passus zu übergehen, um uns direkt der politischen Geschichtezuzuwenden, da wir das politische Leben eines Voltes als die höchsteVerkörperung seines geistigen Lebens betrachten. Allein JanssensAnordnung ist nun einmal so, und nach unserer Auffassung ist sieverfehlt. Nach unserem Gefühle mußte er von der volkswirtschaft-lichen Grundlage ausgehen, von ihr zum künstlerischen Leben empor-steigen, als der Verkörperung des Gemiitslebens selbst, dann denweitere» Schritt zum allgemein geistigen und den letzten zur Ver-körperung desselben, zum politischen Leben vollziehen. Wir hätten
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