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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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nng den mit der Zeit notwendigen festen Fnßpnnkt zn gewinnen,notivendig insofern, als er ans seinem Wege Gestalten begegnenwird, die etwas über normale Menschengröße nnd normale SehlveiteHinansreichen. Will also Janssen ans diesem Fundamente, welches ersich zusammengelesen, emporsteigen, um den Leuten ins Gesicht znsehen, so wird er ans Schritt nnd Tritt ausrutschen nnd ins Wankengeraten. Er wird dann nach Stutzpunkten greifen müssen, Ivo er siefindet, er wird an den ihm begegnenden geschichtlichen Eharakteren znzerren beginnen nnd was er dann sieht, wird etwas anderes sein,als ihre Eharakterziige. Was er aber gesehen hat, oder gesehen znhaben glaubt, wird er seinen gläubigen Leser» vorerzählen als neuesteEntdeckung geschichtlicher Forschung ans dem Gebiete deutscher Refor-mation. Prüft man nun seine weiteren Bände von der hier bewiesenenNoranssetznng ans, so glaube ich, wird und muß man zn dem Resul-tat komme», daß man sagt: nicht eine Seite, nicht ein Satz vonJanssen hat sein eigenes Maß, alles ist nnansgedacht, alles hat eineGegenseite, welche Janssen nicht sehen nnd infolgedessen auch nichtzeigen konnte. Ans dem Grunde ist Janssens Buch auch nicht dasgeworden, was er versprach, eine „im edleren Sinne populär gehalteneDarstellung der deutschen Geschichte", nnd ich würde nnser Volk be-danern, wenn diese „Geschichte" jemals bei ihm populär werden sollte,nicht weil in ihr eine sogenannte „katholische Tendenz" lebt, sondernweil das Halbe und Unfertige, das Zweifelhafte nnd Zweideutige indieser Geschichte so vollkommen überwiegt, daß sie unmöglich eine ge-sunde Volksnahrnng abzugeben vermag.

Wir haben ferner gesehen, daß die Janssensche Anschauung eineim Prinzipe nnhaltbare ist, nicht weil diese oder jene Thatsache seinenAnführungen widerspricht, sondern weil er sich selbst widerspricht, dennsoll die „Geschichte sich durch sich selbst erklären", will er durch An-führung von Thatsache» den „objektiven Beweis für die Existenz"dieser Thatsache» geben, so müßte er ebenso mit der Thatsache rechnen,daß nicht die schlechtesten Elemente unseres Geisteslebens nichts mitder Kirche zn schaffen haben, er müßte ebenso die Thatsache von derLostrennnng von der Kirche als Beweis dafür nehmen, daß ebendie kirchliche Lehre das geistige Leben nicht mehr zn umspannen ver-mag, daß dieses nicht von der Kirche, sondern von sich selbst getragenwird. Die katholische Kirche ist keine Einrichtung mehr, welche ans