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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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wird nie schneiden lernen. Also sobald die Kraft zn seiiier .va>id-habnng vorhanden ist, gebt dein Kinde das Messer, damit es schneidenlerne, denn jede Fertigkeit mnß mit einem Persönlichen Einsatz crnngenwerden. Wann» hatte denn die Kirche nicht vorgesorgt, daß dieBibel in der vand des Nolles kein Unheil mehr zn bewirken ver-mochte? Die Bibel beschneiden wollen heißt dem Messer seine Schärfenehmen; wie man hier zn keinem Brot kommt, so dort zn keiner Er-kenntnis. „Das unerfahrene Boll wird an der Lesung der Bibel leichtÄrgernis nehmen, denn da es den bloßen Buchstaben erfaßt, nimmtes, was Nahrung des Glanbens sein soll, leicht zn seinem eigenenVerderben". (S. l'W.) Wer mehr den bloßen Buchstaben erfaßte,das Volk oder die gelehrten Exegeten, darüber dürfte wohl anderswokein Zweifel mehr bestehen. „Es ist faßt ein böß Ding, daß mandie Bibel zn tütsch druckt", meint Janssen. Freilich, wäre die Kenntnisder Bibel zn einer Geheimwissenschaft geworden, den Theologen wärees vielleicht lieber und bequemer gewesen, und doch betont Janssennicht einmal sondern- drei oder viermal, daß bis zum Jahre 1518,d. h. bis z» der Zeit, da Luther seine Bibelübersetzung in Angriffnahm, mindestens fünfzehn vollständige Bibelübersetzungen in hoch-deutscher und fünf in niederdeutscher Mundart verbreitet waren. DieseBibelübersetzungen sollen doch ein Nnhmeszengnis für die alte Kirchesein, sie sollen doch den Beweis geben, daß Luther nicht der erste, alsoauch der gar große Mann nicht war, für den man ihn ausgibt. Aberwarum denn dieses Winden zwischen dem Nnhm der Bibelübersetzer vorLuther und dem „büßen Ding, daß man die Bibel z» tütsch druckt?"Es ist der Ausdruck des Dilemmas, in welchem Janssen als Deutscherund als romanischer Theologe hängen blieb.

Wir sind zn Ende. Das Fundament der Janssenschen Geschichtedes deutschen Voltes haben wir kennen gelernt. Es ist loses Geröll,ans dem jeder Versuch, eine konsequente Geschichte, ein in unanfecht-barer Logik des Werdens feststehendes Bild der damaligen deutschenEntwicklung wiederzugeben, eben zum Mißerfolg führen muß. Infolge-dessen kann es Janssen nicht gelingen, auch für seine eigene Anschan-