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lebten Knltnrperiode zurückkehrte. Der theologische Eharakter, der diedeutsche Geschichte bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts be-herrschte, ist der beste Beweis für das Zurücktreten unseres geistigenLebens ans eine frühere Kulturstufe,- das Hinüberspielen der Refor-mation auf das religiöse Gebiet war eine Naturnotwendigkeit, diebegründet war in der Thatsache, daß unser Volk in der Entwicklungzuin verstandesmäßigen Denken gehemmt wurde, daß es ihm nicht ge-lang, die Kulturstufe des mnstisch - religiösen Denkens zu überschreiten.So führte die Reformation einerseits zur Erhaltung nnsrer nationalenExistenz, andrerseits aber erschöpfte diese Anstrengung unsere Volks-kraft Pollends, unser Volksleben versank in volle UnProduktivität, bises ihm endlich nach langem Leiden und Harren vergönnt war, dieKulturstufe einer abgelaufenen Zeit zu verlassen und sich zu nationalemLeben neu zu gestalten und befruchtend zu entwickeln.
Noch einige .Kleinigkeiten! Im Jahre 1496 wurden bei einervierzehntägigen Heiligtnmsfeier in Aachen von den Pilgern 86 UMGulden geopfert. (S. 6l>2.) So erzählt Janssen. Und doch erklärter den NeichStagsbeschlnß betreffs der Türkenhülfe für einen Hohn?Hier ist doch der Beweis für unsere Anschauung, daß die Kirche ansdiese Weise zu ganz enormen Summen für den Türkenzng hättekommen können. 8.6(Mi Gulden in vierzehn Tagen! Oder war dieLebenskraft der Kirche nicht mehr so groß im Jahre 1618? Washatte sie denn vermindert? Die Humanisten im zweiten Jahrzehntdes 16. Jahrhunderts, sagt Janssen. Wir aber sahen, daß das eineTäuschung war, die Janssen selbst zurücknimmt. In einem Jahrzehntalle Kraft dahin? Da müßte diese doch ans sehr schwachen Füßengestanden haben. Wenn aber nicht die Lebenskraft der Kirche, sondernder religiöse Sinn des Volks so groß gewesen wäre? Es ist dochmerkwürdig, wo dieser letztere zu Tage tritt, ist er opferfreudig undopferwillig, und Ivo der Papst, die Bischöfe, der Klerus mit Forder-ungen kommen, da erhalten sie nichts, da hält man mißtrauisch zurück.
Janssen hat uns ans diesen Wohlthätigkeitssinn, ans die Opfer-freudigkeit mit beredten Worten Verlviesen. Er meinte, sie seien einBeweis von der Lebenskraft der Kirche gewesen. Wir sagten damals,sie seien das Produkt der steigenden Lebensnot gewesen. Vor mirliegt nnn ein Predigttext des Reverend S. H. Speneer ans Illinois,in dem es zu der heutigen sozialen Lage heißt: „Wir haben auch
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