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sind im Gegensatz nnd im ununterbrochenen Kampfe mit dem kirch-lichen Dogma. Hier ist die Heransarbeitnng ans dem mystischen zumverstandesmäßigcn Denken erfolgt, nnd daß sie immer mehr nnd all-gemeiner erfolge, muß das Ziel nnseres Strebens bleiben.
Ebenso stimmt es nicht, wenn Janssen erörtert, daß der längereHnmanismns den geistigen Bürgerkrieg entzündet habe, „der in kurzenJahren alle Saaten, Blüten nnd Früchte des reformatorischen Zeit-alters zerstörte". Denn zunächst ist uns Janssen den Nachweis vondem Aufkommen dieser Saaten schuldig geblieben. Ans politischemGebiet, gesteht er selbst, seien die Früchte größtenteils vereitelt worden(S. 587), ans künstlerischem Gebiete vermochten sich nach seinem Ge-ständnis die angefangenen Bestrebungen nicht zu vollenden, ans recht-lichem Gebiet hatte Zasins keine Nachfolger, ans dem Gebiete derklösterlichen nnd religiösen Reform trieben diese Saaten nicht empor,die Reformatoren kamen in Lebensgefahr, wie Johannes Busch(S. 598), sie wurden zur Abdankung gezwungen, wie der Abt vonSponheim. Also die Saat war nicht ausgegangen, der Reformationward der Weg verlegt, nnd so entzündete sich an dem Widerstandegegen die Reformation die Revolution. Der Boden war frei gebliebenfür die Saat der Revolutionäre. Die „Jrrlchrer" kamen, wie JanssenSeite 599 ff. so schön darthnt.
Aber trotz alledem, trotz der Untergrabung der kirchlichen Autori-tät „stand die Kirche in Deutschland noch in voller Lebenskraft dannd der christkatholische Sinn nnd die fromme Andacht bewährte sichglänzend in allen Ständen des Volkes, in den Familien nnd Genossen-schaften". (S. 691.) Wir setzen nur ein Wort anders, nnd dieJanssensche Einbildung wird zur Wahrheit. Nicht die Kirche, sondernder religiöse Sinn des Volkes stand noch in voller Lebenskraft. DasVolk war ans der religiösen .Kulturstufe festgehalten worden, die Ent-wicklung znm verstandcsmäßigen Denken war nicht znm Abschluß ge-langt. lind diese religiöse Grundstimmnng gab denn auch der Revo-lution ihren Charakter, das geistige Bauerntum behauptete sich, diekulturelle Fortentwicklung ward gehemmt; zwischen der Stufe derAckerbanperivdc »nd der industrieller, städtischer, wissenschaftlicher nnddemokratischer Bildung blieb die Entwicklung nnseres Volkes hängen,unfruchtbar hängen, bis der von der deutschen Revolution geboreneGeist die Welt erobert und zu uns selbst als Erlöser ans einer über-