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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
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einer verwälschte» Kirche, der Widerstand gegen die römischen Theo-logen und Rechtspraktiker sei.

Die Möglichkeit der Einführung eines fremden Rechts, dieZer-riittnng der sozialen Verhältnisse, die Beeinflussung des deutschen Lebensdnrch den Großkapitalismns >var erst eine Folge der Erschöpfung dernationalen Lebenskraft, all das war eine Folge des Ablenkens desdeutschen Lebens von de» natürlichen Bahnen seiner Entwicklung,wodurch es an einer Umformung und Neugestaltung seiner altenüberlebten Lebensformen verhindert wurde. Diese natürlichen Bahnenwiederzugewinnen, versuchte dann das Volk in dem Kampfe der Re-volution, der so mit Recht als ein Kampf um die nationale Existenzvon den Geschichtschreibern erkannt und anerkannt worden ist.

Janssen gibt nun ein Bild der sozialen Zerrüttung und andieses Bild des Jammers reiht er „wohlthnende Erscheinungen ansreligiösem Gebiet". „Ans die Linderung der Armut und des mensch-lichen Elends, auf den Schutz der arbeitenden Menschen und auf einemöglichst gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Güter war die ganzekirchliche Volksnürtschaftslehre gerichtet; nicht der persönliche Vorteilsonder» die in brüderlicher Liebe vereinigte Gesamtheit aller sollte denAusgangspunkt aller nnrtschaftlichen Thätigkeit bilden". Er führt diesynodale Thätigkeit an, welche sich in dieser Richtung erstreckte; wirfügen hinzu: leider vollkommen unfruchtbar! (S. 591.) Und warumunfruchtbar? Weil die hohen Kirchenherrn die Reformation nur immerfür andere wollten, nicht aber für sich, ein Punkt, an welchem dieReformation der Kirche aus sich heraus stets gescheitert ist, ein Punkt,an welchem sich diese Reformation eben als ein Ding der Unmöglich-keit erwiesen hatte und noch erweisen sollte. „Möglichst gerechte Ver-teilung der wirtschaftlichen Güter!" „Man berechnete, daß fastein Drittel des gesamte» Grundeigentums sich in den Händen derder Kirche befand und verurteilte deshalb mit vollstem Recht um somehr das von geistlichen Vorstehern ausgehende Streben, diesen Besitznoch immer zu vergrößern, d. h. besitzende Leute besitzlos und damitrechtlos zu machen. So entsprach, wie Janssen selbst zugestehen muß,die kirchliche Praxis der kirchliche» Lehre, so war man in diesenKreisen auf die „Linderung der Armut und des menschlichen Elendsbedacht. Die Zumutung des Theologen geht dem Historiker dochendlich über seinen Begriff von der historischen Gerechtigkeit. Janssen