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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
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geschaffen und kam mit Mühe und Arbeit wieder ins deutsche Land".(S. 545.) Maximilian wurde „je länger je betrübter", meint Janssen,aber schau im folgenden Jahre ist er wieder „ungebrochenen Gemütes"und beginnt an dem Bau seines herrlichsten Luftschlosses. (S. 546.)Der Türkenzng! — Wir wollen nicht davon reden, daß Janssen allediese Vorkommnisse ruhig und ahnungslosen Gemütes für sich betrachtet,daß er auch diesen Türkenzng als ein Ding für sich hinstellt, welchesnur gemacht zu werden brauchte, daß er auf Stimmung der Nation,Lage der inneren und äußeren Politik gar keine Rücksicht nimmt, son-der» diese ebenso wieder als Dinge für sich an entfernter Stelle be-trachtet, daß er den Zusammenhang nicht erwähnt, in dem die Ver-eitelung dieses Türkenznges mit dem ganzen damaligen Leben stand.Kann man es einem Volke wohl verdenken, daß es mit Mißtranenans die Propagierung eines Glaubenseifers sah, wie er in den Zeiteneines Bernhard von Elairvanx geherrscht, wenn es diesen Mönch mitder Gestalt Leo's X. vergleicht? Leo X., über »nd über in Schul-den, in seiner Politik gehemmt, einen Ausweg suchend, der ihn nebenandern Vorteilen zum Obmann Europas zu machen versprach; Leo X.als Krenzzngsprediger, der Vertreter desselben Papsttums, das unterJnnoeenz VIII. mit den Türken paktiert, unter Alexander VI. dieTürken gegen die Venetianer gehetzt, nun plötzlich als GlaubenskämPfcr llind was für ein Glaube! Eben war das Laterankonzil geschlossenworden, welches den Beschluß zu fassen für nötig fand, daß jederZweifel an der Unsterblichkeit der Seele unzulässig sein sollte. Wowaren denn diese Zweifler? „Wohl bei den wenigsten der in Romunter Leo X. lebenden hnndertzwanzig Poeten, welche die Theater,Paläste und selbst die Kirchen umlagerten, darf christliche Gesinnungvorausgesetzt werden", sagt Janssen selbst. (Bd. II. 65.) So weitwar man in intimen päpstlichen Kreisen, und ein solcher Papst wollteals Heros im Kampfe gegen die Ungläubigen auftreten? Da fragtman doch: mit welchem Recht? Da sucht man doch nach einer andernAbsicht. Aber Papst und Kaiser sind eins. „Die meisten europäischenHerrscher gaben zustimmende Antworten." Maximilian gab sich daran,über das Türkenreich zn disponieren. Auf dein Reichstag zu Augs-burg, demselben, Ivo Luther dem päpstlichen Legaten Cajetan gegen-überstand, wurden große Jeierlichkeiten vollzogen. Der päpstliche Legatgab die ausdrückliche Versicherung, daß es dem Papste nicht um das