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habe, nicht aber der, der nur den Namen des Herrschers fähre. In dieKonsegnenz dieses Ausspruches sah sich die Kirche »nn verwickelt. DieGewalt hatte der Frankenkönig, nnd sind Papst und König gleicherAnschauung, streben sie dem gleichen Ziele zu, wird sich sa auch ein Ver-ständnis bilden lassen. Wie aber, wenn der Konflikt kommt? —Janssen redet min auch gleich weiter von der weltlichen „niedrigerstehenden nnd niwollkommeneren Ordnung der Gesellschaft", er hebtalso die Koordination der beiden Gewalten, wie er sie eben noch inder gegenseitigen Anerkennung der beiden festgestellt hat, wieder ans,nnd dann treibt ihn seine Phantasie in die romanischen Bahnen, ansdenen „die Scheidewand zwischen Volk nnd Volk durchbrochen wird,die Völker unter einander verbunden werden, die Einheit des ganzenMenschengeschlechts in einem höchsten Herrn nnd Nichter ihren Ausdruckfindet". Etwas Ähnliches mag sich auch der russische Zar denken,lind nun sollen gar die Päpste diesen Gedanken klar nnd großartigverwirklicht haben in dem heiligen römischen Reich. Wir bewundernJanssens Fähigkeit, neben diesem winzigen römischen Reich, die ganzeübrige Menschheit zu übersehe». Verwirklicht wurde dieser Ge-danke? Wie nnd wo? Das bischen Herrschaft, welches die Päpstewirklich einmal in Europa gehabt haben, erscheint doch als ein sehrarmseliger Notbehelf, wenden wir die Augen ans das ganze Menschen-geschlecht.
Seite 121 phantasiert Janssen ruhig weiter von der „Einen christ-lichen, römisch-katholischen Universalnwnarchie", von dem Kaisertum,das „ans einer Verleihung des Papstes entstanden" sein soll, das„der freien Verfügung des Papstes anheimgegeben gewesen nnd nichtan dieses oder jenes Land geknüpft war." Nur schade, daß vondiesem schönen Theologentranm die Geschichte nichts weiß, daß z. B.der Versuch, das „wie durch ein vertragsmäßig zugestandenes Vorrechtan die deutsche Nation übergegangene Kaisertum" der deutschen Nationzu entziehen, jedesmal, so oft er gemacht lvnrde, gescheitert ist. Janssendreht sich in diesem einander widersprechenden nnd sich gegenseitig ne-gierenden Ideen im Kreise herum. Er nennt das Kaisertum einLehen des Papstes nnd sagt dann ans derselben! Seite, der Kaiser seiaber doch kein Lehensträger des Papstes gewesen, er sagt, das Kaiser-tum sei der freien Verfügung des Papstes anheimgegeben gewesen,nnd Seite 122 erkennt er Ludwig den Bayer als Kaiser an, der