Druckschrift 
Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
Seite
181
Einzelbild herunterladen
 

181

Und NUN »Nissen wie deinGeschichtschreiber" Janssen sagen,daß ee uns hier eine Seite des Lebens nicht gezeigt hat, ans dieeben alles ankommt, daß ee mit seinen seichten Nedensaeten, wie:so lange die Grundsätze des eanonischen und des aus diesem heraus-gewachsenen germanische» Rechts in Geltung standen, fand eine ge-deihliche Fortentwicklung des volkswirtschaftlichen Lebens statt", oder:der Abfall bon den kirchlichen Grundsätzen verschuldete den Nnin derarbeitenden Menschen" zur Erkenntnis des Werdens der Krankheitauch nicht das geringste beigetragen hat. Gegen kleinere Falschmünzereien,wie etwa: das ans dein romanischen Rechtherausgewachsene" ger-manische Recht, und Ähnlichec-, wollen wir gar nichts sagen. Aberwir wollen darauf hinweisen, wie der Nomanismns noch bis zumheutigen Tage seinen Bekenner» einen Schleier bor die Augen hält,der sie hindert, die Dinge zu sehen, wie sie sind, wie er die eigeneImpotenz der Erkenntnis ans seine Vertreter naturgemäß überträgt.Sollen wir noch ans Einzelheiten eingehen? Etwa noch darthnn,daß der sogenannte Rentenkanf, bon dem Janssen Seite 106 redet,die Thatsachc des allenieinen Grundbesitzes boranssetzt, daß er seineAlleinherrschaft einbüßen muß, sobald es Leute gibt, die nur mehr be-wegliches Vermögen besitzen, daß also etwas anderes an seine Stelletreten muß, wenn der Fortschritt bom Jmmobilienbesitz zum Mobilien-besitz sich verallgemeinert, d. h. wenn ein Volk ans der Banernperiodein diejenige des Städtetnms, des Handels und der Wissenschaft ein-tritt? Sollen wir noch etwas gegen die Aufnahme des römischenRechtes sagen, die Jansse» Seite 112 f. bespricht und welche für unsnur die eingetretene Impotenz des deutschen Volkes beweist, währenduns Janssen nur von der Potenz des deutschen Nechtslebens gar vielSchönes zu erzählen wußte? Wer hat denn diesen Fortschritt, dieFortentwicklung des deutschen Rechts ans der Bauern- und Kindheits-periode zur Periode des Bürgertums und der Mannbarkeit lahmge-legt? Wer hat der städtischen Entwicklung die Bahn ins allgemeinedeutsche Leben versperrt? Wir wissen es doch, und Janssen redet fortund fort von einem Abfall von den eanonischen Wahrheiten, währender von dem WiedersPrnch, in welchen die kirchliche Praxis ans Grundeiner kulturellen Fortentwicklung der abendländischen Völker mit ihrereigenen, aber einer überstiegenen Knltnrperiode entlehnten Lehre ge-raten war, von dein Widerspruch, der das Papsttum dann naturgemäß