— 182 —
zum Sitz der Haltlosigkeit, Sitteulosigkeit und Verworfenheit innschuf,auch nicht ein Wort zn reden weis;. Janssen redet fort und fort vondem Abfall von den canonischen Wahrheiten, während die kirchlichePraxis diese Wahrheiten selbst Lugen strafte, und twn der Unfähigkeitder Kirche, diese Wahrheiten der Entwicklung der Völker gemäß fort-zubilden, sie ans der mystischen Periode in die verstandcsmäßige über-zuleiten, weis; Janssen nichts. Wir nehmen ihm das nicht übel, denner selbst ist ja in dieser Überleitung seines Wesens und seiner Naturans der mystischen zur vcrstandcsmäßigcn Periode gehemmt worden.Er ist Romantiker und Theologe, und wie ein Angstschrei seines deut-schen Herzens erklingt uns die fortwährende Betonung der Überein-stimmung des deutschen mit dem canonischen Recht. Er fühlt es wohlwas dem Worte „christlich-germanisch" zn Grunde lag, was einstDeutschland der Kirche war und diese dem deutschen Leben, er redet immerwieder von dem christlich-germanischen Element, das allein ist ihm gesund,das allein das Vollkommene, und doch sieht er nicht, das; die Kirchees war, welche diese ihre eigene christlich - germanische Grundlage ver-leugnete, welche sich so den Weg selbst verlegte, den sie an der Handdes deutschen Lebens und getragen von ihm zn wandeln berufen schien.Der Romanismns war stärker, er war auch dem Janssenschen Gemiitegegenüber der stärkere, er hielt es fest und umspann sein Denken mitromantischen Fäden, das; kein ungebrochener Strahl deutschen Lebenssich ihm mehr in voller Reinheit mitzuteilen vermochte.