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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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Es wiederholt sich auch später diese Konstellation immer wieder. Tmunkam nach dem Interregnum der König, der ans die romanische Aus-landspolitik verzichtete, der erste Habsburger. Die Luxemburger führtenDeutschland wieder »ach Italien. Unter Heinrich VII. gewann diealte romanische Bewegung noch einmal das Übergewicht. Dasselbeverstärkte sich in Folge der Anlehnung der luxemburgischen Politikan Frankreich. Trotz alledem fast ein Konkordat. Aber das Papst-tum hatte besser gearbeitet. Es legte sich dorthin, Ivo es zum Schei-ter» der Zusammenfassung des deutschen Lebens kommen mußte, esbetrat den längst gebahnten Weg der Sonderverhandlnngcn mit dendeutschen Fürsten. Daher gewannen die Städtekriege ihren Charakterals Kämpfe zwischen Bürgertum und Fürstentum, als ein Ringen derdas deutsche Leben vereinigenden Kraft mit der dasselbe trennenden.Die Folgen dieses verderblichen Schrittes rächten sich an seinem Urheber,an dem Papsttum selbst. Als die romanische Bewegung die Grenzedes Sachsenlandes, des Volksteiles, der seinen eigenen Weg gewandeltwar, erreichte, erfolgte der Gegenschlag, lind dieser Gegenschlagwirkte von diesem deutschen Ufer zurück überall dahin, Ivo sich einedeutsche Entwicklung zu erhalten vermocht hatte, »ach ganz Nieder-dentschland, »ach den Städten Oberdcntschlands. Nur dort, wo diestädtische Entwicklung von römischer Grundlage ausgegangen war, wodie dann einsetzende romanische Bewegung Fuß zu fassen verstandenhatte, im mittleren Rhein- und Donanthal, kam die deutsche Bewegungnicht zum Siege.

Janssen polemisiert in einer Anmerkung ans Seite 49ii gegenEndemann, der behauptet, es sei ein Glück gewesen, daß die Kirche niemit der Vollständigkeit geherrscht habe, die sie an sich postulierte.Wir können uns über diese Polemik beruhigen. Denn wenn Janssenfortwährend betont, daß die canonische Lehre in allem Wesentlichenmit der Lehre des deutschen Rechts übereingestimmt habe, so sage»wir: ja, die Lehre vielleicht, aber die Lehre herrschte schon lange nichtmehr, als das deutsche Leben das Papsttum zurückwies. In demKonflikt der städtisch-italienischen Entwicklung mit der bäuerlich-ger-manischen hatte das Papsttum seine Haltung verloren. Es war mitseiner eigenen Natur in Konflikt geraten; in der Praxis folgte esder neuen Entwicklung, in der Theorie hielt es an der alten fest.Gregor Vit. zwischen den italienischen Communen und den sächsischen