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glicder gezogen und sie mit ihrem mächtigen Blntstrom zu einemgroßen Gesamtleben verbunden, welches imstande war, seine selbständigeFortentwicklung auch fremden Mächten gegenüber zu wahren. Essollte nicht so sein, konnte nicht so sein, seitdem das Papsttum in denDienst der Krone Frankreichs getreten, seitdem sich das Nomanentnmmit dem Slavcntum gegen Deutschland verbunden. Trotzdem schrittdie deutsche Entwicklung einstweilen, von der innern Kraft des deut-schen Bürgertums getragen, positiv fort, sie schritt bis zu dem Punktefort, wo der Gedanke sich verwirklichen zu wollen schien, ein Konkor-dat mit dem Papsttum für Deutschland zu errichten, also die deutscheEntwicklung mit der kirchlichen unter Rücksichtnahme nach beiden Seitenzu vertragen. Diesem Konkordate aber sprangen die mittlerweile erstarktenEinzelmächtc vor. Das deutsche Konkordat blieb ein frommer Wunsch,das österreichische und brandcnburgische wnrde Thatsache. Auf diesemWege nun folgten die andern Fürsten mit gleichen Bestrebungen.Die Folge der abermaligen Infragestellung der deutschen Gesamtent-wicklung war der zweite Städtekrieg. Er führte wieder keine Ent-scheidung herbei, sondern bestätigte nur von neuem, daß die städtischeEntwicklung auf sich selbst beschränkt, also ans den Aussterbeetat ge-setzt blieb. Und nun noch einmal infolge dieses Zurückwerfens ansdas eigene Leben ein mächtiges Aufflammen dieses Lebens des deut-schen Bürgertums, dann ein Absterben und Erlöschen, ein Zerfall desganzen deutschen Lebens. Wer also hat das deutsche Leben krankgemacht? Wohl der, der ihm die Bahn zu einer gesunden Fortent-wicklung verlegte. Und da steht an der Spitze das mit seiner eigenenGrundlage in Konflikt geratene Papsttum, das Papsttum im Bundemit den romanischen Mächten. Die Politik der Päpste seit dem Unter-gang der Staufer liegt wohl so klar, daß hier ein Widerspruch nichterhoben werden kann. Die Tendenz der europäischen Entwicklungzeigte sich bereits in den Formationen der Mächte zur Zeit des so-genannten Interregnums. Wilhelm von Holland trat in den Bundder Städte. Das war deutsch, aber der deutsche König wnrde vonden Friesen erschlagen. Es folgte einerseits ein Spanier, andrerseitsein Engländer. Dieses Zerren von zwei Seiten an der deutschenEntwicklung ist typisch geworden — einerseits versucht das Nomanen-tnm Deutschland in seine Gewalt zu bekommen, andrerseits flüchtetsich das Deutschtum zu der germanischen Schwesternation, zu England.