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sich zum größten Finanzetablissenient Europas umzubilden versuchte — siehandelte bekanntlich mit allem Heiligen und Nnheilige» ja sie machtenoch ferner Miene dazu, als sich das Papsttum der Freigeisterei ergabund Päpste erschienen, die an etwas ganz anderes glaubten und dachten,als an Gott und die Statthaltern Ehristi. Nur ein Ilmstand war,wo sie keine Umbildung mit sich vorzunehmen vermochte — mit derGrundlage ans der sie ruhte, mit dem Fundament einer Bauernbe-völkernng und Banernknltnr, das sie einstens getragen. In demAugenblick, Ivo sie zuließ, daß städtische Gedanken und Ideen, städtischeKultur aufs Land hinanswanderten, in dem Augenblick war diesesFundament erschüttert, es zerfiel. Die natürliche Entwicklung suchtediesen Gang. Individuell und territorial — so hießen die Mächte,welche seit dem Ablauf der Kinderzcit in Deutschland ans Nnder traten.Damit war das Universalregiment des Kaisers und Papstes unmög-lich. Wir haben also die Kirche in einem furchtbaren Dilemma:einerseits vermochte sie sich der in Italien cmporblühenden städtischenKultur nicht zu entziehen, alle ihre äußeren Hantierungen gerieten »achdem Geist dieser Kultur, andererseits mochte und konnte sie ansihre alte Grundlage nicht verzichten. Es war also die Frage: ent-weder die Entwicklung der Völker, die nationale, territoriale und in-dividuelle, bricht sich Bahn und drängt das Papsttum zurück, zwingtes, sich als reines, italienisches Fürstentum zu etablieren, das nichtsweiter zu bedeuten hat, als alle die anderen individuell emporgeschossenenMächte, das ferner jeden neuen und höheren Anspruch durch eineneue und höhere Knltnrthat zu rechtfertigen hat, oder die Kirche hältdie nationale, territoriale und individuelle Entwicklung der Völkerzurück, verzichtet ans ihr individuell italienisches Gebilde und bleibtals Königin der universalen europäischen Bauernschaft an der Spitze.In dem letzten Falle hört sie natürlich auf, für die FortentwicklungEuropas eine pfadfindcndc Macht wie einstens zu sein, sie wird kon-servativ und reaktionär und stellt sich jedem Versuche einer Fortent-wicklung in den Weg. Nur so konnte sie aus dem Dilemma wiederhinaus, in das sie geraten.
Sollen wir nun von einer Entartung der Kirche reden, als sie,bei der der Handel in geringerer Gunst stand, sich zum größten Han-delsgeschäft ans Grund einer stärkeren Volkscntwicklnng umzuwandelnsuchte, oder sollen wir von einer Entartung reden, als sie sich refor-