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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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ist ein Verächter der gebotte Gvttes »nd ist nit wert, das; er esse vonden früchten der erde nnd der inenschen, denn tvir alle sollen arbeitennnd nnser Brod verdienen in cren, wie es auch sei." (S. 398.)Tertnllia» sagt einmal: „keinem schadet oder nützt die Religion einesandern", nnd das ist sehr wahr. Janssen nnd der Verfasser von„Ehn christlich ermannng" sind andrer Ansicht. Aber das Gebeteines andern macht mich nicht frömmer, nnd da es dies nicht thnt,könnte sich der andere, der Tag nnd Nacht betet, wohl einige Nnhegönnen, er könnte vielleicht sogar etwas arbeiten bei seinein Gebet,denn diese Sophisterei von der Arbeit, die nur im Beten besteht, istmit eine Ursache des Verfalls der Klöster gewesen, wie es der Müßig-gang, ob nn» bei diesen oder jenen Ideen, stets gewesen ist. Voneinem Maler will man Bilder sehen, nnd wenn er keine Bilder mehrfertig bekommt vor lanter Ideen, mit denen er die Straßen ans- nndabwandelt, so nennt man einen solchen „Maler" einen Bummler.Der gnte Man» hat es für notwendig gefunden nns zn versichern,daß solche Leute nicht müßig gehen, während er das nicht einmal beiden geistlichen Dienern Ehrist! in den Kirchen nnd Klöstern that.Man vergleiche aber einmal die Leute jener Zeit mit ihren Vorfahrenin den Kirchen nnd Klöstern, man denke einmal an die Arbeiten derBenediktiner zurück, an die mächtigen Kulturarbeiten der Zisterziensernnd Prämonstratenser, nnd wenn man bei diesem Vergleiche auch nurannähernde Analogien zn finden weiß, müssen wir gestehen, daß dieKleriker jener Zeit arbeiteten, während wir sie so mit den allerwenigstenAusnahmen für die erbärmlichsten Fanlenzer erklären müssen, die je-mals ans Erden hernmgelanfe». Welche Arbeiten von diesen Leutengeleistet wurden, das kann man bei den Visitationen nnd Neforma-tionsversnchen, wie sie z. B. seit dem Konstanzer Konzil bis zumEnde des sechszehnten Jahrhunderts in Bahern stattfanden, genugsamerfahre». Wir wollen sie darum nicht anklagen, denn über ihre Er-ziehung, Natur nnd Umgebung vermochten anch sie nichts, aber wennman Verfallsstndien machen will, so findet man Material genug beidiesen „Dienern Ehristi in Kirchen nnd Klöstern".

Diesen christlich-sittlichen Grundsätzen gegenüber mnß Janssen»nn konstatieren, daß sie vielfach nnd immer mehr außer Beachtungkamen. Er bestätigt damit nur, daß sie für das damalige Denken ihrezwingende Kraft verloren hatten; es mußte zn neuen sittlichen Grund-