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Kulturstufe des Volkes gefesselt. Überschreitet das Volk diese Stufe,muß es zu einer Fortbildung aus dem Mystischen zum Verstandes-mäßigeu auch im Rechte kommen. Und so wird es uns klar, daß,wenn „das deutsche Recht ebenfalls von der Anschauung ausging,daß das Eigentum ein bou Gott verliehenes Lehen sei und ein durchdessen Gebot geschütztes Recht, wenn darum auch jeder einzelne Be-sitzer als vor Gott verantwortlich für die Verwaltung des ihm ge-wordenen Lehens galt", dieses Gefühl der Verantwortlichkeit vor Gottgleichzeitig mit dem Erlöschen des religiösen Denkens abhanden kam.Die Verantwortlichkeit selbst ward vergessen, d. h. das Kind wardmit dem Bade ausgeschüttet, nnd wenn wir nun fragen, ans wendenn das Recht, Verantwortnng zn fordern, hätte übergehen sollen,so antworten wir immer wieder: die Vernunft. Die aber fehlte, dennfür deren naturgemäße Entwicklung hatte der kirchliche Vormund nichtzn sorgen für nötig gefunden. — Nur im Vorbeigehen möchten wiran die einstige Existenz eines altgermanischen Sonnenlehens erinnern.Bestand ein solches schon vor der christlichen Ära? — Der Beweisdieser Thatsache würde jedenfalls ein schöner Beitrag zur psycho-logischen Entwicklung einer Volksnatnr, der Fortbildung des Gottcs-begriffes ans der Natnrreligion zum Anthropomorphismns sein. Daßdas Sonnenlehen später identisch ward mit dem Gotteslehen, istbekannt, aber ob es nicht auch ein Überbleibsel ans der ger-manischen Natnrreligion ist, darüber habe ich bis jetzt keine Nachrichtgefunden.
Jansseti führt nun eine Reihe christlich-sittlicher Grundsätze ansverschiedenen Schriftstellern an, von denen wir der „christlichen Er-mahnung" das Wort geben: „Arbeiten heißt Gott dienen nach seinemgebott, nnd darum sollen alle arbeiten: die einen mit der Hand »ffdem fcldc, im Hanß nnd in der Werkstat; die andern in gelertheitund knnst; »och andre als regenten des Volks nnd snnstige obcrkeit;andre im krieg zum schütz des landes; wicdernmb andre als geistlicheDiener Ehristi in den Kirchen nnd Klöstern; noch andre durch dasGebet allein zur ere nnd lobpreisnng gottcs nnd »mb Gott abzebittendie sünden der menschen. Solche Arbeiter, die beten tag und nacht,sint vil not, nnd solt du nit meinen, das sie niüssig gehe», denn diearbeit des gebcttes ist eyn gar fruchtbare arbeit nnd tut allen not,insnnderheit dir, wenn du selbs wenig betest. Wer aber niüssig gehet,