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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
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worden war. Also auch hier stehen wir dar dein Anfang eines tief-greifenden wirtschaftlichen Umschwungs. Vollzieht derselbe sich raschund vollständig, wird er der Not im Entstehen zu begegnen vermögen;vollzieht er sich nicht oder nur teilweise, werden Katastrophen nichtausbleiben, die für den Augenblick wenigstens das Maß der Erzeug-nisse zu dem der konsumierenden Bevölkerung wieder in ein gewissesVerhältnis bringen. Die Frage ist also die: wird die Produktionsich mehren und es möglich machen, die gesteigerte Nachfrage zu deckenoder soll ein Teil der Bevölkerung zu Grunde gehen, damit die bis-herige Produktion die Übrigbleibenden zu erhalten vermag? An dieserKernfrage ist Janssen verständnislos vorübergegangen, er läßt sich inseiner Schwärmerei für die altpatriarchalischen Zustände keinen Augen-blick stören. Und doch wissen wir ans dem unverdächtigen Zeugnisseder Margaretha von Parma, daß in wenig späterer Zeit Getreide undandere Landesprodnkte in den Niederlanden nicht mehr für den viertenTeil des Jahres ausreichten. Hier mußte also der Handel nachhelfendeintreten, und wir wissen auch, daß ans dieser Grundlage der nieder-ländische Handel in ungeahnter Weise emporblühte. Einerseits begannman die Landwirtschaft in den Niederlanden selbst „wie eine Wissen-schaft" zu betreiben, andrerseits wandte sich der Handel nach Frank-reich, England und den Ostseeländern, um den Fehlbetrag in Nahr-ungsmitteln herbeizuschaffen. Die natürliche Folge dieser sich fort-während steigernden Nachfrage hätte nun sein müssen, daß man auchin den vornehmlich Landwirtschaft treibenden Ländern diese mehrwissenschaftlich betrieben hätte; das allein aber bedeutete den Um-schwung, den Anstritt ans den bisherigen patriarchalischen Verhält-nissen. Um den Landban ergiebiger zu gestalten, war der Umschwungnötig geworden. Betrat man nun mit vollem Bewußtsein diesen posi-tiven Weg? Janssen belehrt uns darüber. Seine Darstellung aufSeite 295 ff. lehrt uns, daß die Städte des landwirtschaftlichen Be-triebes noch nicht entbehren konnten, sie zeigt uns aber auch, daßman nicht positiv darauf dachte, der mit leisen Schlägen sich ankün-digenden Not zu begegnen, sondern die betreffende Regelung der Naturüberließ. „In seinem Bericht über die große Teuerung von 1483sagt Stolle in der Thüringisch - Erfnrtischen Ehronik 191: ,Es warauch zu der Zeit viel Volksff weil seit zwanzig Jahren nie ein rechtesSterben gewesen." Also das „rechte Sterben" sollte den Notstand