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Herzen" nennt. „Charakteristisch bleibt es immer", sagt Wegelc inseiner Geschichte der deutschen Historiographie (S. 110), daß dieChronik, wie man mit Fug vermutet, bald genug der kirchlichen Censnrund noch viel später dem herben Tadel des Kölner Rates verfallenkonnte." Ob das auch mit der Darstellung Janssens stimmt, „daßdie Kirche volle Freiheit der Meinungsäußerung" gewährte (S. 183)?Er betont den freiheitlichen, für vaterländische Art warm eintretendenTon, der diese Geschichtsbücher durchzieht, aber er weist auch daraufhin, daß sich bereits Stimmen vernehmen ließe», welche das Lesenweltlicher Bücher verwarfen, lind Janssen sieht hierin kein Ver-fallsmoment? Er erzählt, was in, Volke gelesen wurde, die altenromanhaft zugestutzten Fabelbücher, dann aber auch die Werke satyri-schen Inhalts, deren Gewerbe gleich Till Enlenspiegel war, „dieWahrheit zu sagen". „Merkwürdig ist, daß auch hier, ähnlich wie inden rohen Fastnachtsspielen, trotz aller Satyren über geistliche Gebrechen,die Kirche als solche nirgends angegriffen, sogar Partei gegen dieKetzerei genommen wird." Für einen Sehenden ist dies nicht beson-ders merkwürdig, da jedes Ding seine Zeit hat und haben will, undwas nachmals als Ketzerei verdammt wurde, eben in jener Zeit sichnoch nicht ans dem Flusse der Dinge zu erheben und zu einer festengreifbaren Substanz zu konsoldieren vermochte. Eine ganz besondereBelehrung und Anregung mag wohl solchen Werken entflossen sein,welche Reisebeschreibnngen brachten, von denen Janssen einige anführt.Die Lust zu lernen, aber auch die Lust, das Gelernte wieder fürandere zu verwerten, war eine ungeheuer große. Der von Janssenvielfach zitierte Seelenführer bestätigt uns das: „Alles Volk will jetztlesen und schreiben." (S. 210 n. 253.)
Uber die Werke der Mystiker weiß Janssen nicht viel zu sagen.Den Namen des Meisters dieser Gemütsdeuker, Eekhart, nennt er nichteinmal. lind doch ist das derselbe Janssen, der über „den christlich-germanischen Baustil" so vieles zu erzählen wußte. Die Kunst schafftkeine Verbindlichkeit, aber das gesprochene Wort thut es. Wer dieWerke der Gothik anerkennt, muß, will er sich selbst konsequent bleiben,die Werke der Mystiker anerkennen, denn derselbe Geist ist es, der inbeiden herrscht. Diesen Geist hat Janssen nicht erfaßt, wie wir sahen,mit seinen Gedankenresnltaten weiß der Romantiker und Theologe nichtsanzufangen. Ebensowenig ist es ihm im folgenden gelungen, die Bc-