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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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Menschheit, als seine vornehmlichste Knltnranfgabe zn betrachten haben.Aber ineinen Sie nicht anch, Herr Janssen, daß es viel schöner wäre,wenn die mit eben so wnnderbarer Kraft, wie im 16. Jahrhundert,einsetzende deutsche Knltnrentwicklnng nicht noch einmal gestört würde,wenn es uns diesmal gelänge, der Entwicklung des Mensthengeistcsnnsern höchstmöglichen Tribut zn zahlen und in ihrem Dienste dasletzte Quentchen nnsrer Energie Positiv schöpferisch zu verausgaben,statt wie ein gehetztes Wild schließlich am Wege zn verreckend Ichglaube an diese Zukunft und weil ich daran glaube, habe ich Humorund lache über diese impotente Gelehrtenschnüffelci der Scholastikerund Nomantiker seder Sorte.

Die falsche Grnndanschannng von der romanischen Schnur ober-halb des deutschen Wachstums durchzieht nun anch Ianssens sonst sohübsche Darstellung ans dem poetischen Leben des Volkes. Sie istder ckwmnd, warum er das schöne Eitat von Heine, dessen Namen ernicht einmal nennt, ans Seite 267 in so verstümmelter Weise wieder-gibt. Holland ans den er verweist, bringt das ganze Citat, und das-selbe ist jedenfalls weit charakteristischer, als das kastrierte Janssensche.Heine redet von der Volkslhrik, namentlich den Liebesliedern: „Indiesen Liedern fühlt man den Herzschlag des deutschen Volkes; hieroffenbart sich all seine düstere Heiterkeit, all seine närrische Vernunft;hier trommelt der deutsche Zorn, hier pfeift der deutsche Spott, hierperlt der echte deutsche Wein, hier küßt die deutsche Liebe, die manch-mal noch köstlicher ist, als ersterer". lind Holland fährt fort: „dieNatur hat wieder die Oberhand gewonnen und die Liebe ist zurStaffage geworden!" Diese sinnliche Malerei, wie sie Heine und Holland

M im Verein durchführen, ist nach unserem Gefühle etwas ganz anders,

als was Janssen damit macht. Die reine Sinnlichkeit, wie sie demungetrübten Born der Natur im Geniütsleben des Volkes entspringt,hätte Janssen nur nachmalen sollen, denn etwas Krankhaftes odernach theologischen Begriffen Sündhaftes liegt in dieser sinnlichen Rein-heit nicht, weil sie eben noch gesund war. Der wunderbare Ver-kehr des Volksgemütes mit der Natur war die Quelle dieser Gesundheitsie ist es heute, wo dieser Verkehr sich erhalten hat. - Die Gegen-sätze innerhalb der einzelnen Stände traten i» dem zweiten Städtekriegoffen zn Tage und fanden ihren Ausdruck anch in der Poesie. Daspolitische Lied erwachte von neuem, nachdem es seit Walter und Neiinar

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