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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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angesammelt, Schätze, die nicht nnr als Knnstwerke, sondern ebensorein materiell betrachtet, einen mächtigen Wert repräsentierten, Erfährt uns unter anderem in Niirnberg, Würzbnrg, Frankfurt an denKunstwerken und Künstlern vorüber, läßt uns in das Treiben derPeter Bischer, Adam Kraft, Tilmann Niemenschneider, Beit Stoß,Jörg Syrlin einen Einblick gewinnen, und wohlthnend berührt dabeidie warme Anteilnahme, welche die Darstellung dnrchwebt. Dannkommen wir zu den Malern. Die Kölner Malerschnle wird als Lehr-meistern! fiir Deutschland über die flämische gestellt, und in AlbrcchtDürer und Hans .Holbein dem jüngeren erreichen wir den Höhepunkt.

„Holbein und Dürer stehen in der Wendezeit des Mittelaltersals zwei geistige Niesen da, als künstlerische Genies von einerSchöpferkraft, Fruchtbarkeit und Nllseitigkeit, wie sie nur wenigen zuTeil geworden. Sie waren so fein und scharfsinnig in ihren Beob-achtnngen, so reich an immer neuen Erfindungen, so rasch in derenAusführung, daß man ans sie anwenden könnte, was man vonShakespeare gesagt hat: sie seien mit tausend dem Seepter ihres Geniusuntergebenen Seelen ausgestattet gewesen. In ihren besten Leistungengehören beide noch ganz der alten Zeit, dem christlich-germanischenGeiste, den Überlieferungen des Mittelalters an. Sie sind keineswegsBorkampfer der sogenannten Nenaissanee. Was sie sich von fremdenKunstrichtungen aneigneten, that ihrem vaterländische» Wesen, ihremdeutschen Ernste und deutschen Humor keinen Abbruch. Ihr antiki-sierendes Beiwerk war nnr modischer Zierrat, die den Kern ihrerKunst nicht beeinflußten i ihre Abschweifungen sind nnr Auswüchse anseinem kernfesten Stamm. Was würden sie hervorgebracht haben,wenn nicht die hereinbrechenden religiösen Wirren ihre Kunst gelähmthätten, »nd wenn ihr Genius durch so günstige Lebensverhältnissewie sie einem Nafael und Titian beschieden waren, zur vollen Ent-faltung gekommen wäre!" Dürer, Holbein, Shakespeare! Es istdas ein großes Wort, mit dessen Inhalt aber niemals übereinstimmt,daß die beiden Maler noch ganz der alten Zeit angehört hätten.Ja, wenn man diesen Onartanerstreich denn einmal machen will, wennman sagt: am 1. November 1.117 begann die neue Zeit, so falleneben doch noch zehn Jahre des Lebens Dürers in die neue Zeit.Aber diesen Unsinn wollen wir nicht mitmachen. Es fragt sich, wieJanssen, der den Reichtum der beiden „an immer neuen Erfindungen",