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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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(1111), einem kurfürstlich-brandenbnrgischen (1111), einem herzug-lich-östrcichischen (111<>) und manchem ander» Konkordate >uit demPapsttum, und so ward die Tendenz der Trenunug verstärkt, sowurden die ersten Samenkörner der späteren landeskirchlichen Gewaltin das Leben des deutschen Volkes mit Hilfe des Papsttnms selbsteingesenkt. Es ist also anch hier wieder der Theologe, der seinekühnen Behauptungen aufstellt und den Historiker zwingen will, zn be-weisen, was sich nicht beweisen läßt. Die langweiligen Namen- nndDatcnregister beweisen aber erst recht nichts für die Hypothesen desTheologen. Sic sprechen »nr die sehr natürliche Thatsache ans, daßsich zugleich mit dem allgemeinen Regen frischer Kräfte anch ans demGebiete der Baukunst weitere und die weitesten Volkskreise zn regenbegannen, daß eine Zeit nahte, aus der Großes hervorgehen mußte,weuu keine Katastrophe die Entwicklung hemmte. „Die Entwieklnugder Baukunst ging mit dem Aufschwung des wissenschaftlichen LebensHand in Hand". Gewiß, aber wir müssen dann die Entwicklung derMystik an den Anfang der wissenschaftlichen Entwicklung stellen. DerBoden, ans dem beide sproße», Knust nnd Wissenschaft, war das er-wachende Geistesleben des Volkes selbst, die regere Anteilnahme andiesem geistigen Leben in den breitesten Volksschichten, lind daß esder Boden der städtischen Kultur war, ans dem sich dieses Leben ent-faltete, zeigen Janssens Anführungen genau. Daß diese Unzahl anBauten aber beweisen sollte, „wie lebenskräftig damals die Kirchein allen Teilen Deutschlands dastand", glauben wir verneinen zn müssen.Für die Lebenskraft der Kirche beweisen sie zunächst gar nichts, sondernnur für das mächtige GlaubeuS- und Gemütsleben des Volkes selbst,welches mit der Kirche nicht zn verwechseln ist. Wir halten fest, daßin all diesen Bauten ein individualistisch-deutscher Geist zu Tage tritt,wie er sich in dem Bürgertum der Städte, dem Zufluchtsort desdeutsch-nationalen Lebens seit dem Niedergaug des Kaisertums ent-wickelt hatte. „So viele herrliche Bauten nebst all dem Schönen,womit sie im Innern ausgestattet wurden, hätten nicht geschaffenwerden können, wenn nicht christlicher Sinn nnd fromme Andacht inallen Ständen, in den Familien und Genossenschaften vorhanden ge-wesen wäre." (S. 139.) Janssen legt hier und in den folgendenSähen das Gemütsleben nnd „die hohe geistige Bildung des Volkes"den Schöpfungen der Kunst zn Grunde, und damit hat er recht. Die