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tum selbst, ein volkstümliches Erzeugnis war", also kein Erzeugnisder Kirche, er gesteht ferner zu, daß „der allgemein herrschenden christ-lichen GeisteSrichtnng entsprechend, sich die Schöpfertraft der deutschenMeister am vielgestaltigsten in den kirchlichen Lauten offenbarte".„Man hat den christlich-germanischen (sogenannten gothischen) Lanstilmit treffendem Ausdruck als den architektonischen Gedanken desChristentums bezeichnet." Also der christlich-germanische Baustil!Die Bezeichnung „gothischer Stil" lehnt Janssen ab und zwar mitRecht. Denn diese Bezeichnung stammt von den Romanen, welchedamit unsere Kunst als die Kunst einer barbarischen Nation stempelnwollten. Zudem ist der gothische Stil nicht, wie dieser Name etwaanzeigen mochte, der Ausdruck eines Lebenselementes, sondern ervereinigt zwei in sich, das deutsche und das christliche. Daher „christ-lich-germanisch". Das Christentum muß deutsch werden, so hatteder Heliand verkündigt, und das heißt nicht etwa, daß die Deutschen bloßChristen werden sollten, sondern daß das Christentum selbst auch dergermanischen Natur sich anzupassen habe. Dieser Dvppelprozeß desAusgleiches zweier Elemente, des christlichen mit dem deutschen, ringtin dem christlich-germanischen Stil nach Verkörperung. Sehen wirnur ans die Entwicklungszeit dieses Stiles, die sich vom Beginn des13. Jahrhunderts bis zum Ende des 15. erstreckte, also in der Zeiteinsetze und ihren Höhepunkt erreichte, Ivo das nationale Leben sichvom römischen Kaisertum hinwegznwenden begann und in den Städtenin der deutschen Bürgerschaft seinen Wohnsitz aufschlug, so ist damitgenug gesagt. Die christlich-germanische Kunst setzt ein, als diemächtige Bewegung der romanischen Kirche in den Krenzzngen ihremEnde zuging, als das Kaisertum der Stanfer in dem Kampf mit denWelsen trat, sie setzt ein in der Zeit und erreicht ihren Höhepunkt in derZeit, als das Papsttum seinen Pakt mit den romanischen Nationenschloß, in erster Linie mit Frankreich. Die Zeit der avignonischenPäpste, der „babylonischen Gefangenschaft der Kirche", die Zeit, dazum ersten Mal der Gedanke ernstlich auftauchte und gepflegt wurde,das römische Kaisertum mit dem französischen Königtum z» verbinden,- Innozenz t V. bietet die Kaiserkrone einem französischen Prinzen an,Philipp der Schöne von Frankreich wirbt für sein Hans um dieStimmen der Kurfürsten — ist die eigentliche Blütezeit des christlich-germanischen Stils. Im Jahre 1317 starb Ludwig der Bayer. Das