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was nun? „So lange die deutsche Kunst ihre kirchliche und volks-tümliche Grundlage bewahrte, befand sie sich in stetem Aufschwungund fing an, eine weltbeherrschende Macht auszuüben. In demselbenMaße aber, in welchem die Festigkeit und Treue der religiösen Ge-sinnung schwand und der angecrbte Glaube verloren ging und dieangcerbtcn Kunstnberlicfernngen verachtet wurden, in demselben Maßesank sie von ihrer Höhe herab." (S. 129.) Janssen konstatiert hierden gleichzeitigen Verfall des angecrbten Glanbens und der angeerbtenKnnstüberliefernngen; er möchte, wie wir dies ans späteren Anführ-ungen erkennen werden, glauben machen, daß das eine Ursache desandern war und nicht beides vielmehr Folge einer weiteren gemeinsamenUrsache, des natürlichen Wachstums des Volkes selbst. Also das Volk sollwachsen, größer, älter, kräftiger werden und die Knust soll verfallendJa, wenn sich diesem Wachstum ein Hemmnis entgegenstellt. Werhemmte denn? — Warten wir mit der Antwort, Janssen wird undmuß sie ja geben. „Je mehr man nach fremden Götzen ausschauteund das längst für beseitigt gehaltene Heidentum zu einem neuenScheinleben erwecken wollte, desto mehr schwand alle künstlerischeGenialität und Schöpferkraft, bis man zuletzt in eine vollständigeDürre und Unfruchtbarkeit verfiel." Ja, nach fremden Götzen! Duarmes deutsches Volk, erst schlägt man deine Götzen in fanatischemEifer nieder und wirft sie zum Wcltkehricht; dann, als du sie inLiedern feiertest und aus der Erinnerung an sie und deine walddnftigeKindheit deine schönsten, unvergänglichen Dichtungen gebarst, hatfanatischer Eifer auch sie fast bis zur Vernichtung verfolgt, und alsdu dich dann emporhobest, den fremden Gott mit eigenem Gemiitcund stillsinncndcr Kraft zu umfassen, hat man das Ketzerei genanntund die Schriften der Mystiker verdammt, und als du zuletzt trotzalledem so stark wurdest, mit eigenem Geiste den fremden Gotteslehrenauf kritischem Pfade zu folgen und auszuscheiden, was von fremdemVolkstum mit eingeschwärzt worden war, ist man dir wieder entgegen-getreten und hat die ganze Welt der Romanen gegen dich und deinenindividualistischen Eigensinn ins Feld gehetzt. Und da wundert sichein deutscher „Geschichtsschreiber" noch, wenn in aufgeregten Zeitendie lange niedergehaltene Natur immer noch einmal wie ein Unge-witter losbrach und niederwarf, „was ans dem Gebiete der Kunst nurimmer das Gepräge des am Ehristentnm aufgezogenen deutschen Volks-