Volkes mm mich zum Spreche» gebracht, und wir wolle» einmal ei»wenig zuhören.
„Diese Werke, in Kraft, Einfalt und Schönheit, die Wunderaller Jahrhunderte, sind die höchsten Merkmale der damalige» deutschenGeschichte, die Gradmesser der sittlichen Höhe des Volkes, die edelstenKundgebungen seiner glanbenskräftigen und patriotischen Gesinnung.Sie liefern de» nnnmstößliche» Beweis, daß die Kirche hier wie ansdem Gebiete der Wissenschaft, noch alle Geister beherrschte, und weitentfernt, den Flug des Geistes zu hemmen, Kraft und Mittel zu de»idealste» Schöpfungen darbot. Aus den innigen Wechselbeziehungenzwischen ihr und ihren einzelnen Gliedern erwuchs jenes freudigeGlanbensleben, jene Verklärung der irdischen Erscheinungen, jene de-mütige und selbstlose Hingabe an höhere Zwecke, die man als dieeigentlichen Quellen der damaligen Kunst betrachten kann." Wirhalten fest: „glanbenskräftig und patriotisch". Diese Vereinigungwar damals für die große Mehrheit des Volkes noch möglich, weildie deutsche Kultur jene Höhe noch nicht erreicht hatte, Ivo sie rück-wirkend auch an die Sondirnng und Umarbeitung eines importiertenGlanbens sich heranmachen mußte. Der Glaube in der Seele desVolkes hatte jenen individuellen Eharaktergrad noch nicht erreicht, Ivoer sich unfehlbar auch in eigenen Worten auszusprechen vermochte.Und ans der Doppelgrnndlage des Gemütslebens des Volkes unddes Kulturlebens der Kirche entsprang die damalige Kunst. ^ Wirhalten ferner fest, daß die Kirche damals noch weit entfernt war, denFlug des Geistes zu hemmen, denn die geistigen Flügel des Volkestrugen noch nicht bis zu der Höhe, ans dem das Geistesleben derKirche stand, somit konnte diese auch nicht hemmen. Infolgedessenkam es noch nicht zu Konflikten, infolgedessen auch noch nicht z» einerEntsittlichung des Volkes, welche stets die Folge eines fremden, un-natürlichen Druckes ist. War die Sache aber so, daß die Kirche in-folge ihrer Grundlage ans einer älteren Kultur immer noch um eineoder einige Stufen höher stand, als das geistige Leben des deutschenVolkes, so ist „die selbstlose Hingabe an höhere Zwecke", die sich demdeutschen Volke eben doch immer noch zunächst in dem Bilde derKirche verkörperten, etwas ganz Natürliches. Erst wen» das deutscheGeistesleben die geistige Höhenstnfe der Kirche erreicht hat, und dannnoch Kraft zu weiterem Wachstum vorhanden ist, kommt die Frage,