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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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so dcn natürlichen Werdeprozeß in der Entwicklung des Volkes schonin der äußeren Anordnung zu verfolgen vermocht, »nährend uns jetztalles dnrcheinanderfällt. lind nur von diesem Gesichtspunkte, glaubenwir, hat Niehl dcn Weg weisen wollen von dem Studium der leben-den und monumentalen Quellen zu den geschriebenen, denn erst dasWort in seiner vollen geistigen Potenz ist die konkreteste und korrektesteErscheinung des Gedankens, während derselbe im Kunstwerk sich stetsnoch in jenem halben Flusse befindet, der wie jeder Übergang vomGemüts- zum Gedankenleben eine einheitliche und korrekte Deutungnicht zuläßt. Steigen wir also vom künstlerischen Werke, dem Werkedes Gemütes und der Phantasie, des Strebens zum Gedanken, zudiesem Gedanken selbst im geschriebenen oder gesprochenen Worte, sohaben wir den natürlichen Gang der Gcistcsentwicklnng, und jenegeistige Potenz des Wortes wird uns nnn erst vollkommen, weil inihrem ganzen Werden erschaut, klar. Ein? leise Ahnung von diesemhistorischen Werden hat sich auch Janssen aufgedrängt, denn er betont,daßfür das deutsche Voll in der Zeit des ausgehenden Mittelaltersdie Kunst eine um so größere Berücksichtigung finden nüißc, weil eswährend derselben mehr als während irgend einer früheren oderspäteren den Kern und das Mark seines Lebens in seinen Kunstwerkenniederlegte". Es ist diese Zeit also als eine Übergangszeit vom Gemüts-znm Gedankenlebcn charakterisiert. Ja, Janssen geht noch weiter undsetzt ein bestimmtes Zeitalter für das Gedeihen der Kunst voraus,wenn er wenige Zeilen weiter sagt:Gedeiht doch überhaupt dieKunst nur in Zeiten eines glanbenskräftigen und gesunden Mutes",d. h. also in der Zeit der Jugend eines Volles, wenn die Hoffnungendesselben noch blühen. Es ist dies so klar und natürlich, daß »virnns immer wieder über die sonderbaren Deuteleien und unnatürlichenWindungen wundern müssen, die man so häufig bei Leuten findet,die Kunsthistoriker und Knltnshistoriker zu sein vorgeben. Ja, »venues mit der Aufnahme eines kulturhistorischen Museums mit Katalog-nnnnnern, Namen und Daten gethan wäre, dann sind sie es unfehlbar.Aber ans die Scholastik kam eine andere Zeit und in diese Zeit vor-zudringen, die Katalognnmmern und jedes Ding, was winem unterdie Augen tritt, zum Sprechen zu bringen, das ist wohl das Zielder heutigen Geistesverfassung. Janssen hat die Werke des deutschen