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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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desselben mit dem allgemeine» dentschen Geistesleben übernahm. Vorallem ans dein Gebiete der erwachenden baterländisehen Geschichts-forschung stand Pentinger unter den ersten seiner Zeitgenossen, Aberso sehr auch Janssen gerade diesen, Gebiete seine Aufmerksamkeit zu-wendet, den Kern der Sache hat er nicht erfaßt: er sieht den Zn-sammenhang des deutsch-nationalen Geistes und desjenigen der histo-rischen Studien nicht. Gr sieht nicht, das; wir hier vor den Anfängeneines neuen Lebens stehen, welches auch in der Auffassung der dent-schen Geschichte eine Änderung hervorrufen wird, eine Änderung, welchewie nirgendwo anders, gerade in den Werken Abentins zu Tage tritt,lind weil er diesen Zusammenhang nicht erkennt, ist ihm die Bedeut-ung Abentins nicht zum Bewußtsein gekommen. „Im Jahre 1507folgte die erste Ausgabe des bon Konrad Celles im Kloster Ebcrachanfgcfnndeucn Lignrinns, eines der Zeit Friedrich Barbarossas ange-hangen historischen Gedichtes, welches die Bewunderung aller zeitge-nössischen Gelehrten erregte, und binnen einem Jahre sieben Auflagenerlebte. In späteren Jahren (1514—1515) beschenkte Pentinger diehistorische Wissenschaft mit der bon ihm entdeckten Ursperger Chronik,mit der Geschichte der Gothen bon Jordanes und der Geschichte derLangobarden bon Paulus Diakonns." So trat das deutsche Lebenin direkte Verbindung mit der dentschen Vergangenheit, ja sogar sosehr, daß man jenes Gedicht bon den Heldenthaten Friedrichs späterüber ein Jahrhundert lang und bis hart an unsere Zeit heran füreine Fälschung der Humanisten ansehen konnte. Man lernte die na-türliche Art des dentschen Charakters wieder kennen, man erfuhr ansden neu entdeckten Quellen, um welche Dinge sich das deutsche Lebenin früheren Zeiten bewegt hatte. Es ist überall der gleiche Trieb,an die Quellen der Natur zurückzugelangen: wie jener der Bibel inihrem griechischen und hebräischen Urgewande, so wandten andere denalten Klassikern, wieder andere den Quellen des römischen Rechts,wieder andere der baterländisehen Geschichte ihren Forschungseifer zu;der legte sein lauschendes Ohr an die Natur selbst, jener richtete denforschenden Blick zu den Sternen, und wie ans diesen, Thun eineganz neue Anschauung der Dinge unfehlbar entspringen mußte undentsprang, so aus der Arbeit ans allen andern Gebieten, Ivo derdeutsche Geist zum ersten Male mit den ungebrochenen Strahlen einesfrüheren Lebens und des Lebens überhaupt in Verbindung trat.