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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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nntersing, eine Stärkung seines moralische» Urteils geholt. „Untadel-hafter Wimpheling!" — „Er war freilich keine so friedfertige, unan-tastbare und über allen irdischen Streit erhabene Natur wie ein Agri-kola oder ein Hegins, sondern herb und derb in der Polemik, oftunvorsichtig im Wort und ungeschickt dreinfahrend, dabei durch Kränk-lichkeit und übermäßiges Arbeiten zeitweilig im Gemüte verbittert!"So berichtete derselbe Historiker oben (S. ä>7) von dem Ilntadelhaften.Also auch so etwas wie Schmähsncht! — Kaisersberg und Brantrichteten, wie wir hörten, ihre Angriffe ins Allgemeine. Pirkheimerdagegen ging einem Eck direkt zu Leibe. Das letztere finden wirmannhafter und sittlich bedeutender, und Janssen hätte bei seinemUrteil doch einigermaßen in Betracht ziehen müssen, ob WillibaldsVorwurf des Stolzes und Neides, der Heuchelei und Schwelgcreigegen Eck nur ans „Schmähsncht" oder auch zu einem Teil auf Wahr-heit beruhten. Dieser sittlichen Untersuchung aber geht Janssen beiEck, wie oben so hier ans dem Wege. — Was endlich Pirkheimersfeindliche Stellung gegen den Geist der kirchlichen Wissenschaft imMittelalter anbetrifft, so ist „die Theologie, welche Pirkheimer kennt,keine Gegnerin, sondern eine Fortbildnerin des Hnmanismns, einTheologe kann daher, seinem Erachten nach, nur derjenige genanntwerden, der mit ernstem, sittlich reinem Streben gediegenes Wissen inin allen Fächern verbindet." (Geiger S. 381.) Damit aber stelltsich Pirkheimer ans einen weit höheren Standpunkt, als die meistenTheologen seiner Zeit zu erreichen vermochten, denn ihm steht diekirchliche Machtfrage, wie sie ans dem Grunde der mittelalterlichenTheologie erwachsen war, nur in einem äußerlichen Znsammenhangmit de». Streben nach Wahrheit; das ernste, sittlichreine Streben nachdieser soll nicht durch den Blick ans die kirchliche Macht beirrt, getrübt,eingeengt und bemeistert werden, sondern er verlangt Freiheit fürdasselbe, welche allein die sittliche Reinheit zu erhalten vermag. Erwar ein Idealist, und an der furchtbar realen Entwickelnng, welchedas deutsche Leben nahm, sah er das Schifflein seiner Hoffnungenscheitern.

Im folgenden führt uns Janssen nun nach Augsburg zu Kon-rad Pentinger. Wir lernen in ihn, einen wahrhaft hervorragendenMann kennen, der wie Pirkheimer in Nürnberg in dem geistigen LebenAugsburgs die bedeutendste Stellung einnahm und die. Vermittlung