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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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Walt fühlten sich die Lernbegierigen von der Zucht und Strenge derinatheinatischen Disziplinen angezogen! eine nngenieine Freude amRechnen und Messen verbreitete sich in allen Ständen," Damit be-stätigt Janssen, wie sehr die Inangriffnahme dieses Wissensgebietesdem Bedürfnis der Zeit nach vcrstandesmäßiger Schulung undAusbildung entsprach. Von neuem drang der Menschengeist bor ansdas Gebiet der Weltgeheimnisse und mit Maßstab und Zirkel suchtenun der Verstand eine Antwort ans Fragen zu finden, ans welchebisher nur ans der Einfalt des kindlichen Gemütes heraus die Phan-tasie eine Antwort zu geben bestrebt gewesen. Fürwahr, wenn zuirgend einer Zeit, mußte damals die Theologie in ein neues Stadiumihrer Entwicklung treten, in ein mächtigeres und großartigeres, alszu irgend einer Zeit bisher, und da geschah das Furchtbare, daß ge-rade die Theologen sich dem neuen Leben Persagten. In der stanb-däinmerndcn Atmosphäre der alten Vorratskammern menschlichenWissens war ihr Auge für das helle Licht der Natur erblindet. Siewandten sich von seinen reinen Strahlen mit Schrecken und Abschenhinweg. — Den Rundgang durch Nürnbergs helltönendc Geistcswerk-stättc Pollendet Janssen mit der Erwähnung der beiden Pirkheiiner,Willibald und seiner Schwester Charitas, der Äbtissin von St. Clara.„Freilich kann Willibald in sittlicher Lauterkeit des Wandels mitseinen großen nntadelhaften Freunden Wimpheling, Geiler von Kaisers-berg und Braut keinen Vergleich bestehen. Er hielt sich nicht immerfrei von der naturalistischen Lebensanschannng der von ihm so eifrigstudierten Alten; nicht frei Pon Leidenschaftlichkeit, selbst Schmähsncht;und Albrecht Dürers Briefe an ihn weisen noch ans andere wenigerbauliche Dinge hin, die zeitweise wohl seinen Ruf zu gefährden ge-eignet waren. Seine Auffassung des Altertums krankte schon einiger-maßen an den Schäden, die später im Kampfe der jnngdentschen Cn-manisten gegen das gevffenbarte Christentum so unheilvoll und ver-derblich hervortraten; wie Erasmus griff er wiederholt grundsätzlichdie kirchliche Wissenschaft des Mittelalters — nicht bloß die Formder Sprache, sondern den Geist dieser Wissenschaft — an und gabdadurch dem heranwachsenden Geschlechte der falschen Aufklärer eingefährliches Beispiel." — Wir sehen, der Theologe ist mittlerweilevon Ingolstadt auch in Nürnberg eingetroffen, er hat sich ans demdortigen Ilmgange mit Eck, den Willibald freventlich zu „hobeln" sich