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es nicht wunderbar, wie Janssen hier das innere, natürliche, überNanni und Zeit erhabene Wachstum einer Geistcsentwickluug zu er-kennen und anzuerkennen vermag, wie er die Kette Glied um Gliedzu verfolgen versteht? Und dieser selbe Mann sieht eine solche Ent-wicklung auf andern Gebieten nicht, er sieht z. B. nicht, wie sich derlebendige Faden fvrtschlingt von Wielif über Hns zu Luther, von dem„Philosophen" (nicht dem Kardinal, wie es oben nicht der Kardinal,sondern der Mathematiker und Naturforscher ist) Nikolaus von Eueszu Giordano Bruno und von ihm weiter hinab zu der neueren philo-sophischen Weltanschauung, er sieht nicht, daß „die kirchengemäßc Welt-und Lebensvorstellnng mit dem Kopernikauischen Gedanken nicht aus-zugleichen war", und infolgedessen verschweigt er, daß die „geistigeFreiheit" jener Zeit auf so „hoher Stufe" stand, daß selbst ein Ko-pernikus es nicht wagte, sein Lebenswerk zu veröffentlichen, daß dieserKoperuikanische Weltgedanke den Widerspruch der Theologen auf derganzen Linie erfahren und sich selbst noch ein Jahrhundert spätergefallen lassen mußte, von der Kirche geradezu als Ketzerei bezeichnetzu werden. Gerade aus diesem Ilmstande aber wird uns klar, daßdie Theologie jener Zeit eine neue Lebenswendnng nicht mehr mit-zumachen imstande war, daß die Impotenz der Kirche als erste Ursachein der Reihe der Hindernisse für die geistige Entwicklung Europasbetrachtet werden muß. Sie hing sich mit den? Schwergewichte derNegation an das emporstrebende Leben und zog dasselbe von derwunderbaren Bahn, welche es zu verfolgen sich angeschickt, in dasChaos veralteter Vorurteile zurück. Wir sehen aber wieder, daß wirden Kardinal von dem Philosophen und Naturforscher Nikolaus vonEues unbedingt trennen müssen, wie wir bei Negiomontan den „Mannder Wissenschaft" von dem „gläubigen Christen, der mit Entschieden-heit den Irrwahn der Astrologie bekämpfte" zu treunen haben, da essehr viele „gläubige Christen" gab, welche diesem und anderni Irrwahnhuldigten. Der Mann der Wissenschaft scheint also bei Negiomontanvor dem gläubigen Christen stark prävaliert zu haben.
Janssen entwirft uns nun ein wunderbares Bild von dem Ein-flüsse, den Negiomontans wissenschaftliches und populäres Wirken inNürnberg und auf das geistige Wachstum der Stadt gewann, vondem gewaltigen Eindrucke, den die Thaten des Astronomen undMathematikers allenthalben hervorriefen. „Mit unwiderstehlicher Ge-