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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
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wo Sie glauben, das Gebiet der Theologie sei weit genug entfernt,nni alteriert werden zu können. Dann hält der Theologe sein Schläf-chen, und unterdessen macht der Historiker seine göttlichen Sprunge,denn:

„Zasins war im höchsten Sinn ein römischer Nechtsgelehrter,aber weit entfernt, durch das fremde Recht den deutschen Geist knechtenzu wollen, bezeichnete er es als seine Aufgabe, bon diesem Recht nurdasjenige zu lehren, was ,nützlich, heilsam und den Sitten Deutsch-lands entsprechend^ sei. Nur wo das deutsche Recht Lücken und Un-vollkonuncnheiten zeige, wollte er zu dessen Aushilfe und Verbesserungdas römische heranziehen; was mit deutscher Sitte in der tieferenBedeutung dieses Wortes unverträglich war, das hatte in seinenAugen keine Gültigkeit." Herr Janssen, warum haben Sie Ihrentheologischen Schutzengel einschlafen lassen? Oder ist es Ihnen sowohl, einmal ein freies deutsches Wort von nnbccngtcr Seele wcg-reden zu können, daß Sic immer noch weiter mit dem ReformatorZasins durch Dick und Dünn laufen? — Wenn das ist, schlagen Sicden Schutzengel tot, vergiften Sic ihn. Denn daß hier von Zasinsund der Juristerei die Rede ist und nicht von Luther und der Theo-logie, kann Ihnen als Historiker ja ganz gleichgültig sein. Was dereine dort wollte, wollte der andere hier: Abwehr der fremden Knecht-schaft vom deutschen Geiste, Aufnahme desjenigen von anderswoher,was „nützlich, heilsam und den Sitten Deutschlands entsprechend" war,Ablehnung aber alles desjenigen, „was mit deutscher Sitte in dertieferen Bedeutung dieses Wortes unverträglich war." — Sie sehen,wie wohl es uns wird, wie wir harmonieren, wenn der Theologeschläft!

„Gegen die Rabulisten und Advokaten, die mit Hülfe des rö-mischen Rechtes die Rechtsverhältnisse verdrehten und in den Prozessensteinen Schlüssel zum Recht finden konnten, bis beide Teile armwerden oder gar verdorben jindst zog er wie gegen die größten Volks-feinde zu Felde. ,Sic vergiften die Gerichtest klagt er, ,spotten derNichter, stören die Ruhe, suchen den Staat zu verwirren und sindGöttern und Menschen verhaßst." Und alles das und noch viel mehrsagt Luther von den römischen Theologen, und Hutten erst! Siehaben ja den „Vadiscns" gelesen. Es waren doch herrliche Leute,dieser Luther und Hutten und dieser Ulrich Zasins, was!